Erzbischof von Bogotá zum Kinderschutz

Kardinal Salazar spricht in Rom

Monseñor Rubén Kardinal Salazar, der amtierende Erzbischof von  Bogotá (c) Bistum Aachen / Luz Müller
Monseñor Rubén Kardinal Salazar, der amtierende Erzbischof von Bogotá
Mo, 25. Feb 2019
Kolumbienpartnerschaft

Monseñor Rubén Kardinal Salazar, der amtierende Erzbischof von Bogotá, hat bei der Kinderschutzkonferenz in Rom als eine der wichtigsten Ursachen den Klerikalismus benannt. Laut Vatican News betonte Salazar in seiner Rede, dass es nicht nur um Verbrechen und Pathologien gehe, sondern auch um den Missbrauch von Autorität und Gewissen.

Der Kardinal, der auch Vorsitzender des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM ist, rief zur Demaskierung von Klerikalismus auf. Mit Blick auf die Hauptaufgaben eines Bischofs nannte Salazar, so VaticanNews, im Bereich des Leitungsamtes als klerikales Fehlverhalten das Wegschauen, die fehlende Bereitschaft, die Opfer zu hören, und den Versuch, Wiedergutmachung nur mit Geld zu leisten. Auch die Tendenz, Vorfälle ohne zivile Gerichtsbarkeit intern zu regeln, nannte der kolumbianische Erzbischof in diesem Zusammenhang. Hier sei den Medien zu danken, wenn sie solche Formen des Klerikalismus aufdeckten. Laut VaticanNews hob Salazar auch die zentrale Rolle der Begleitung in Aus- und Fortbildung von Priestern hervor. Die Verantwortung für Priester als Täter solle der Bischof etwa durch Therapieangebote zeigen, er müsse die Rechte der Opfer aber immer vor denen der Täter sehen.
Die Förderung der Priesterausbildung in Kolumbien ist seit Bestehen der Partnerschaft zwischen Aachen und Kolumbien ein wichtiges Thema. Bischof Heinrich Mussinghoff hatte bei Besuchen in Kolumbien während seiner Amtszeit immer wieder darauf hingewiesen, dass in der Priesterausbildung eine solide theologische Auseinandersetzung, der Dialog mit Human- und Gesellschaftswissenschaften und die Arbeit an der Persönlichkeitsreifung der Kandidaten zusammengehören.