Padre Diego Meza neuer Nationaldirektor der Sozialpastoral/Caritas:Amtsantritt in Zeiten der Naturkatastrophe

Der bisherige Diözesandirektor der Sozialpastoral des Bistums Ipiales Diego Meza Gavilanes hat sein neue Amt als Leiter der Nationalen Sozialpastoral/Caritas Kolumbien angetreten, für das er von der kolumbianischen Bischofskonferenz bei deren jüngster Vollversammlung ernannt worden war.
Sein Amtsantritt erfolgt in einer für Kolumbien besonders schwierigen Zeit und brachte dringende Notfall-Maßnahmen der Katastrophenhilfe mit sich, um die vom Erdbeben am 10. August betroffenen Gebiete auf nationaler Ebene die Hilfsgütern zu versorgen und weitere Formen der Unterstützung zu leisten.
Damit verbunden ist für Meza u. a. die Leitung der kurz nach dem Erdbeben von der Kolumbianischen Bischofskonferenz gestarteten landesweiten Kampagne „Auf, Kolumbien bis in den hintersten Winkel“ zur Bündelung der Solidaritäts-, Begleit- und Unterstützungsaktionen für die Betroffenen vor allem für die schwer zugänglichen ländlichen Gebiete.
Padre Diego Meza stammt aus dem Departement Nariño im äußersten Südwesten Kolumbiens und ist Priester der Diözese Ipiales und war seit Juli 2024 Leiter der Sozialpastoral des Bistums Ipiales an der kolumbianisch-ecuadorianischen Grenze, wo die Arbeitsbereiche Frieden und Versöhnung, Erinnerungsarbeit zum bewaffneten Konflikt, gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen, Agrarökologie, Migration, Geschlechterfragen und ländliche Entwicklung zentral waren.
Außerdem bringt er Erfahrung in der Lehre und Sozialforschung mit. Er promovierte in Sozialwissenschaften an der Päpstlichen Gregoriana-Universität in Rom und erwarb einen Master in Methodik und Neuen Techniken der Sozialforschung an der Sapienza-Universität in Rom. Im Anschluss war er Dozent an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Gregoriana und am Zentrum für Lateinamerikanische Studien und Forschung (CEILAT) der Universität Nariño.
Eine seiner Veröffentlichungen trägt den Titel „Sich kreuzende Wege. Katholizismus und Politik im heutigen Lateinamerika“.
Bei seinem Amtsantritt als National-Caritasdirektor hebt Padre Diego eine der wichtigsten Stärken hervor, über die die kirchliche Sozialpastoral der Kirche, um auf Notsituationen zu reagieren - ihre ständige Präsenz in den Gemeinden: „Eine der großen Stärken der Kirche ist, dass wir nicht erst nach einem Notfall in die Regionen kommen. Wir waren bereits vor dem Notfall vor Ort und werden auch danach dort bleiben.“ Eine Präsenz, so Meza, die durch kirchliche Strukturen sicherstellt, dass vor Ort Begleitung im Alltag möglich ist: „Diese Präsenz ist besonders wichtig in den am meisten vernachlässigten und abgelegenen Gebieten.“
Zu diesem Zweck läuft der Einsatz von Fachteams in den betroffenen Gebieten an, wobei ein besonderes Augenmerk auf extrem abgelegene Siedlungen, städtische Ballungsräume, indigene und afrokolumbianische Bevölkerungsgruppen sowie Familien gelegt wird, die wegen mangelnder Unterstützung mehr unter den Folgen der Katastrophe leiden als andere Betroffene.
In diesem Zusammenhang stellt der neue Nationaldirektor als zentrale Frage für seine Arbeit:„Wer wird bei der Hilfsmaßnahme außen vor gelassen?“
Für Meza endet der Einsatz der Sozialpastoral nicht mit der Bereitstellung humanitärer Hilfe. Die Begleitung muss auf den Wiederaufbau der Gemeinden und die Wiederherstellung eines überlebensfähigen und lebenswerten Umfelds ausgerichtet sein.
Dafür besteht eine der Herausforderungen darin, zu einem Wiederaufbau beizutragen, der es ermöglicht, schon vor dem Erdbeben bestehende Schwachstellen im sozialen Gefüge zu überwinden: „Der Wiederaufbau wird erst dann wirklich humanitär sein, wenn eine Familie nicht nur ihr Dach über dem Kopf zurückerhält, sondern auch die Voraussetzungen, um ihr Lebensprojekt neu aufzubauen.“
Dieser Ansatz steht in direktem Zusammenhang mit den Herausforderungen, denen sich das Nationalsekretariat de Sozialpastoral/Caritas Kolumbien bisher gewidmet hat und auch weiterhin widmen wird: die Begleitung von Opfern des bewaffneten Konflikts, von Friedens- und Versöhnungsprozessen, von Wanderungs- und Migrationsbewegungen, der ländlichen Entwicklung und der Bewahrung des Gemeinsamen Hauses – im mit Fokus auf die schwächsten Gruppen.