Christoph Hennen ist in seine neue Aufgabe als Diözesanökonom gestartet :Mehr Effizienz und Tempo

„In der Wirtschaft wird heute oft über ‚Purpose‘ gesprochen – diesen ‚Purpose‘ haben wir als Kirche seit mehr als 2.000 Jahren.“ Mit diesem Satz bringt Christoph Hennen auf den Punkt, was ihn an seiner neuen Aufgabe als Diözesanökonom im Bistum Aachen besonders motiviert: der missionarische Auftrag und das Ziel, den Glauben zu leben. „Gerade diese Sinnorientierung spüre ich im kirchlichen Kontext deutlicher als in jedem anderen Unternehmen.“ Auch würden ihn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum und in den Kirchengemeinden stets aufs Neue beeindrucken - „weil sie mit so viel Herzblut dabei sind“. Seit dem 2. November 2025 leitet der Krefelder als Diözesanökonom die finanziellen Geschicke des Bistums Aachen.
Erfahrungen aus zwei Welten
Hennen, der aus der Wirtschaft kommt und zudem seit vielen Jahren in kirchlichen Gremien aktiv ist, kann auf die Erfahrung zweier Welten zurückgreifen. Natürlich „ticke“ die Kirche anders, aber „viele kaufmännische Standardprozesse lassen sich eins zu eins übertragen“, sagt er. Vor allem bei der Digitalisierung sieht er erheblichen Nachholbedarf: „Wir verschicken immer noch zu viel Papier per Post.“ Klare Ziele, effizientere Abläufe und schnellere Entscheidungen seien notwendig, um die Verwaltung zukunftsfähig zu machen. Seine ehrenamtliche Erfahrung hätten ihm den Einstieg in seine neue Aufgabe erheblich erleichtert. „Ich kenne die Perspektive der Menschen in den Pastoralen Räumen vor Ort“, betont der Krefelder. Genau diese Nähe sei entscheidend, um Verwaltung als Unterstützung erlebbar zu machen. Im Projekt „Zukunftsfähige Verwaltung“ will er den Dialog zwischen Verwaltungszentren, Gemeinden und dem Generalvikariat stärken. „Ich versuche, möglichst viele Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen und zuzuhören.“
Glaube hängt nicht an Ressourcen
Trotz sinkender Mitgliederzahlen und knapper werdender Mittel bleibt Hennen optimistisch. Für ihn liegt gerade darin eine Chance: „Glaube hängt nicht an Ressourcen“ und eine gute Pastoral muss nicht zwingend viel Geld kosten. „Die Chance liegt darin, dass wir uns aufgrund knapperer Ressourcen auf das Wesentliche konzentrieren: auf das, was dem Glauben dient und uns missionarisch wirksam werden lässt.“ Entscheidend seien Fokus, Eigenverantwortung, neue Finanzierungsmöglichkeiten wie Fundraising und natürlich Gottvertrauen. Das biblische Bild der fünf Brote und zwei Fische dient ihm als Leitmotiv: „Mit dem, was da ist, kann viel gelingen.“
Anspruchsvoll und wichtig
Auch die Rolle der Kirchenvorstände hebt Christoph Hennen hervor. In größeren Pastoralen Räumen werde ihre Arbeit zwar komplexer, aber zugleich wichtiger als je zuvor. Denn dezentrale Entscheidungen werden weiterhin vor Ort erfolgen. „In meinem eigenen Kirchenvorstand in Krefeld waren beispielsweise viele Selbstständige, Juristen und Steuerexperten vertreten – ein Kompetenzpool, den man für kein Geld der Welt kaufen könnte. Aus diesem Grund dürften wir nicht nachlassen, Menschen für dieses Ehrenamt zu gewinnen.“
Für die kommenden Jahre sieht Christoph Hennen eine klare Aufgabe: Die Verwaltung müsse schlanker, digitaler und schneller werden. „Die aktuellen Prozessketten sind oft erschreckend ineffizient und langsam.“ Mit modernen Strukturen und kompetenten Verwaltungsleiterinnen und -leitern vor Ort könne den Gemeinden der Rücken freigehalten werden um so den kirchlichen Auftrag wirksam zu unterstützen.