Vom 23. bis 29. März raus aus dem Alltag :Heilfasten mit den Benediktinern

Für die Benediktiner in Kornelimünster ist sie seit Langem eine Institution: die Fastenwoche nach Dr. Buchinger mit Impulsen, Gebet, Austausch und stillen Zeiten. In diesem Jahr findet die Kombination aus körperlichem Verzicht, Spiritualität und Bibelarbeit von Montag, 23., bis Sonntag, 29. März, statt. Bruder Antonius, der das Angebot gemeinsam mit Kläre Plum verantwortet, beschreibt es als „eine schöne Kombination aus Fasten und dem klösterlichen Rahmen, den wir hier bieten können“. Neben einem festen Stamm an Teilnehmerinnen und Teilnehmern seien auch jedes Jahr neue Gesichter mit dabei.
Ein besonderes Merkmal des Angebots ist die Verbindung von Fasten und Bibelarbeit. Bruder Antonius, ausgebildeter Bibelwissenschaftler, führt die Gruppe täglich in biblische Texte ein. „In den vergangenen Jahren haben wir uns chronologisch durch die Genesis gearbeitet“, sagt er. „In diesem Jahr steht das Buch Levitikus auf dem Plan.“ Die Impulse finden morgens, abends und teilweise am Nachmittag statt; Wer möchte, kann darüber hinaus zusätzlich am Stundengebet oder an der morgendlichen Meditation teilnehmen.
Ein feierlicher Abschluss
Auch das Fasten folgt einem bewährten Rhythmus. Bereits zu Hause stimmen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit leichter Kost ein. „Das eigentliche Abführen mit Glaubersalz machen wir dann am Dienstagmorgen gemeinsam im Haus“, erklärt Bruder Antonius. Ab diesem Zeitpunkt besteht die Ernährung dann ausschließlich aus Wasser, Tee und einer klaren Gemüsebrühe. Am Mittwoch oder Donnerstag kommen Wanderungen hinzu – alles freiwillig, denn „wer sich nicht gut fühlt oder Ruhe braucht, kann sich jederzeit zurückziehen“.
Der Abschluss der Woche ist bewusst feierlich gestaltet. „Das Fastenbrechen findet am Sonntag statt“, sagt Bruder Antonius. Nach einem geistlichen Impuls essen alle gemeinsam den ersten Apfel. Anschließend ist die Gruppe zum Gottesdienst eingeladen, bevor es beim Mittagessen mit einer Eintopfsuppe wieder richtig Nahrung gibt.
„In Deutschland haben wir oft eher zu viel von allem.“
Warum Menschen überhaupt fasten, beantwortet Bruder Antonius mit einem gesunden Pragmatismus: „Ich würde die Begründung nicht zu hoch hängen.“ Der menschliche Körper sei darauf ausgelegt, auch längere Zeit ohne Nahrung auszukommen. „In Deutschland haben wir oft eher zu viel von allem; da ist es ein guter Gedanke, sich die Zeit zu nehmen, nicht essen zu müssen.“ Gleichzeitig betont er, dass das Angebot sich an gesunde Menschen richtet. Wer Medikamente nimmt oder gesundheitliche Einschränkungen hat, müsse dies vorher ärztlich abklären.
Spirituell bietet die Woche vor allem eines: Abstand vom Alltag. „Man erfährt Gemeinschaft in der Gruppe, kann sich in den klösterlichen Rahmen einklinken und hat Zeit für sich und für biblische Geschichten.“ Der Vorteil eines Kurses im Kloster liege auf der Hand: Niemand müsse kochen, niemand werde durch familiäre Verpflichtungen abgelenkt. „Es ist eine Woche raus aus dem Alltag.“