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Pastoralreferentin Annette Schulze ist neue Frauenseelsorgerin für Aachen-Stadt und -Land:Das Thema Frauen begleitet mich seit meinem Studium

Annette Schulze
Datum:
Fr. 6. März 2026
Von:
Kommunikation

Annette Schulze kommt aus dem Bistum Speyer. Dort arbeitete sie 35 Jahre als Pastoralreferentin und hat in verschiedenen Gemeinden – städtisch wie ländlich – in der Seelsorge gearbeitet. Später war sie in der Frauenseelsorge auf Bistumsebene tätig, wechselte anschließend in die Krankenhausseelsorge und war zuletzt mit einer halben Stelle geistliche Mentorin für Studentinnen und Studenten der Theologie. „Exerzitienarbeit und geistliche Begleitung sind mir wichtig geworden. Die Frage nach unserem Grund ist für mich eine zentrale Frage, die ich mit in die Frauenseelsorge nehme“, erläutert die 57-Jährige. Auch die Form der Stille und der meditativen Betrachtung möchte sie als ausgebildete Kontemplationslehrerin gerne mit interessierten Frauen ausprobieren. 

Das Thema Frauen in Kirche begleitet Anette Schulze bereits seit ihrem Studium. Ihre Diplomarbeit schrieb sie zur Frauengebetsprache im Kontext feministischer Theologie. Zwei Semester war sie dafür in Fribourg in der Schweiz und hat mit Frauengruppen gearbeitet, die Gottesdienste gefeiert haben. „Die Frage „Beten Frauen anders?“ hat mich sehr geprägt. Seitdem nehme ich sensibel wahr, wie Gottesdienstsprache Frauen einschließen oder ausgrenzen kann“, berichtet die Pastoralreferentin. Eine Frauenmesse mit 120 Frauen, in der als Eingangslied „Lasst uns loben, Brüder loben“ gesungen wird, ist ein Beispiel dafür.   

Kooperation innerhalb und außerhalb des Bistums

Annette Schulze findet es großartig, dass die Frauenseelsorge im Bistum Aachen regional verankert ist und dass sie sich mit den Kolleginnen der anderen Regionen vernetzen kann. „Ich lerne gerade deren Jahresprogramme kennen und schaue, welche Angebote Frauen ansprechen. Das ist eine gute Basis, um Neues zu entwickeln“. 

In ihren Regionen Aachen Stadt und -Land möchte die neue Frauenseelsorgerin zunächst Kolleginnen einladen – Pastoral- und Gemeindereferentinnen, die sich in ihrer Tätigkeit mit Frauenseelsorge beschäftigen und Lust haben, sich zu vernetzen. Gemeinsam wird dann überlegt, welche konkreten Angebote Sinn machen. Frauenseelsorge richtet sich für Annette Schulze an alle Frauen: kirchliche, nicht-kirchliche, ehren- und hauptamtliche Frauen. Deshalb hat sie bereits erste Kontakte zum Frauennetzwerk Aachen geknüpft und steht als Vertreterin des Bistums dafür ein, dass sichere Räume für Frauen geschaffen werden, in denen Frauen Vertrauen finden und sich öffnen können – auch für Gesprächsbegleitung oder Impulse.

Zielgruppen und Angebote

Neue Angebote soll es für Frauen mit Familie und jüngere Frauen geben. „Eine Frauengruppe brachte die Idee ein, etwas für alleinerziehende Frauen zu entwickeln – mit Kinderbetreuung. Das finde ich sehr spannend“, berichtet Annette Schulze. Auch ein Angebot speziell für Frauen in Leitungspositionen kann sich die 57-Jährige gut vorstellen. Gespräche sind in der seelsorgerischen Arbeit zentral, aber nicht alles. Auch Körperarbeit, Tanz und kreative Formen kann die Frauenseelsorgerin sich vorstellen. „Menschen sprechen unterschiedlich an – über Worte, über Bilder, über den Verstand oder über die Hände. Für all diese Zugänge möchte ich Angebote schaffen“, erläutert sie. Langfristig wird sie ein Jahresprogramm entwickeln und ist gleichzeitig offen für Anfragen aus den Gemeinden – für Vorträge, spirituelle Impulse oder Einheiten bei Frauenbibeltagen.

Herausforderungen für die Frauenseelsorge

„Die strukturelle Ungleichheit in der katholischen Kirche bleibt ein Thema. Frauen tragen vieles, bleiben aber oft im Hintergrund“, sagt Annette Schulze. Sie sieht eine Aufgabe der Frauenseelsorge darin, Frauen zu stärken, ihnen eine Stimme zu geben und sie sichtbar zu machen.