Neujahrsbotschaft des Bischofskonferenz-Vorsitzenden Kolumbiens:Gottes Träume Wirklichkeit werden lassen
In einer Videobotschaft verbindet er einen Dank an Gott für das vergangene Jahr mit einem Blick auf die Herausforderungen und Hoffnungen, die sich für das Land und die Kirche eröffnen.
Im Namen des CEC-Vorstandes und aller Bischöfe des Landes stellt der Erzbischof von Cartagena die Botschaft in den Kontext des christlichen Glaubens und erinnert daran, dass das in der Weihnachtszeit besonders gefeierte Licht Jesu Christi „in die Welt gekommen ist, um alle Finsternis zu vertreiben” und zu bestätigen, dass Gottes Plan für die Menschheit und für Kolumbien „weiterhin gültig ist”. Aus dieser Überzeugung schlägt Múnera vor, das anzuerkennen und anzunehmen, was er als „die Träume Gottes“ bezeichnet, d. h. die göttliche Sehnsucht mit Blick auf uns Menschen, die auch in den Zielen des kolumbianischen Volkes zum Ausdruck kommen soll.
Der erste große Traum, der in der Botschaft zum Ausdruck kommt, thematisiert den Frieden. Erzbischof Múnera betet dafür, dass Kolumbien zu Beginn des Jahres 2026 „Wege findet, die zu Vergebung, Versöhnung und Frieden führen”. Eine der Prophezeiungen des Jesaja geht in diese Richtung: „Denn ein Kind wurde uns geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt. ... Man rief seinen Namen aus: Wunderbarer Ratgeber, … Fürst des Friedens.“.
Deshalb betont der CEC-Vorsitzende, dass der Traum vom Frieden in konkrete Haltungen und Entscheidungen für das Leben des Landes umgesetzt werden muss: „Möge dieser Traum uns dazu bringen, Geschwisterlichkeit und soziale Freundschaft zu schätzen, damit wir Gewalt als Weg der Konfliktlösung überwinden können“.
Ein weiterer zentraler Punkt der Botschaft ist die Verteidigung des Lebens und der Menschenwürde. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz fordert daher: „ Für jeden Einzelnen gilt es das Leben und unsere Nation zu verteidigen und zu schützen. Ebenso gilt es, die Würde jedes Menschen wie ein Schatz zu respektieren und zu pflegen, sodass sie niemals mit Füßen getreten oder manipuliert werden.“ Daraus folgt, insbesondere „den Armen und Schwächsten besondere Aufmerksamkeit und Hilfe zukommen“ zu lassen.
In der Neujahrsbotschaft der CEC geht es auch um Diversität und Vielfalt der kolumbianischen Gesellschaft. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz dazu: „Mögen wir in Kolumbien ein gemeinsames Projekt für die Nation entwickeln und unterstützen, in dem wir alle in der Pluralität und Vielfalt zueinander finden und so die Gräben überwinden, die uns trennen.“
Dies steht in direktem Zusammenhang mit der Stärkung der Demokratie. Erzbischof Múnera fordert, dass „alle Institutionen daran arbeiten, die Demokratie, die Erfüllung der Pflichten und die Ausübung der Rechte zu festigen und zu stärken“, damit sich mit den Worten des Psalms „Liebe und Treue begegnen“ und „Gerechtigkeit und Frieden sich küssen“.
Ebenso wird in diesem Kontext der Wert des Glaubens und der Religiosität unterstrichen, die in der Geschichte des Landes präsent sind. Daher die Forderung, dass „die seit Jahrhunderten in unserer Nation gesäten Samen des Glaubens und der Religiosität bessere Bürger und Regierende hervorbringen, die ethische und moralische Verantwortung für das Gemeinwohl des Landes übernehmen […] in der Erkenntnis, dass ein kohärentes Leben Werte und Verantwortungsbewusstsein stärkt und Individualismus und Korruption überwindet, die nur Ungerechtigkeit, Krieg und Armut hervorbringen”.
Ein weiterer Aspekt der Neujahrsbotschaft ist der generationsübergreifende Dialog, der als grundlegend für das soziale und kirchliche Leben des Landes angesehen wird. Hier äußert Monseñor Múnera den Wunsch, dass „wir in Kolumbien den Dialog zwischen den Generationen aufbauen und vertiefen können, der es uns ermöglicht, die Erinnerungen und Lehren der Älteren aufzunehmen, um sie an Kinder und Jugendliche weiterzugeben“. Hierzu wünscht er sich, dass „wir alle gemeinsam und in Harmonie daran arbeiten, die Träume und Sehnsüchte der jüngeren Generationen zu verwirklichen: ein Land ohne minderjährige Rekrutierte für bewaffnete Gruppen, ohne Ausbeutung jeglicher Art und mit Chancen auf eine würdige Zukunft und echte ganzheitliche Entwicklung”, gestützt auf das Versprechen des Herrn: „Ich mache etwas Neues.” „Was Gott für uns will, nennen wir seine Träume, die auch unsere sein müssen“, betont der CEC-Vorsitzende und ruft dazu auf, mit Blick auf die gemeinsame Verantwortung für das eigene Land soziale Gräben zu überwinden.
Zur Bewahrung der Schöpfung gelte es, das Gemeinsame Haus unseres Planeten zu schützen, „damit zukünftige Generationen es jeden Tag schöner und lebenswerter vorfinden“.
Diese Verpflichtung umfasst den Schutz der Artenvielfalt und einen respektvollen Umgang mit der Umwelt in einem „Land, das seine reiche Artenvielfalt nicht zerstört, sondern diesen paradiesischen Garten bewahrt und bewundert“, ganz im Sinne biblischer Loblieder: „Jubelt mit Freude auf den Gipfeln der Berge. Verkündet sein Lob auf den Inseln.“
Schließlich bekräftigt die Neujahrsbotschaft den Traum Gottes, dass die Kirche Kolumbiens sich „weiter in Richtung einer synodalen, missionarischen und barmherzigen Kirche“ bewegt als ein Volk, das „in der Einfachheit des Evangeliums in Gemeinschaft und Teilhabe“ lebt.
Dementsprechend schließt die Botschaft mit der Prophetenwort: „Ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk. Sie werden Zuflucht suchen beim Namen des Herrn“.
