Digital(e) Religion erforschen. Herausforderungen - Chancen - Methodik

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Datum:
Termin: Donnerstag, 30.09.21 - 19:00
Art bzw. Nummer:
Hybridveranstaltung (Präsenz und im Youtube-Livestream)
Von:
Veranstalter: Institut für Katholische Theologie der RWTH Aachen | Katholisches Hochschulzentrum QuellPunkt
Ort:
Online und Katholisches Hochschulzentrum QuellPunkt
Campus-Boulevard 30
52074 Aachen

Menschen leben heute nicht nur auf der Welt, sondern auch in der Data-Sphere. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen diesen beiden Räumen in allen Lebensbereichen. Infolgedessen lassen sich inzwischen fast überall auch digitale Spuren finden, die Menschen in ihrem Alltag hinterlassen.

Das Verfolgen dieser Spuren, aber auch die Beschäftigung mit online-Phänomenen wird dabei zunehmend zu einer Selbstverständlichkeit in der Forschung und so auch in der Theologie und der Religionswissenschaft. Da die Spuren und Phänomene aber immer auf Menschen zurückverweisen, gilt es hierbei, einiges zu beachten. Welche Chancen und Risiken bei der Erforschung von religiösen Praktiken und ihrer Datenspuren bestehen, wollen wir in einem interdisziplinären Podiumsgespräch beleuchten. Dabei interessieren uns sowohl methodologische und ethische Fragen, als auch der Blick in praktische Projekte, die mit diesen Fragen ganz konkret konfrontiert sind.

Diskussionsteilnehmer*innen

Frederike van Oorschot (c) privat

PD Dr. Frederike van Oorschot,
Forschungsstätte der Evangelischen Studienstiftung, Heidelberg

Frederike von Oorschot interessiert die Frage, wie digitale Medien unseren Zugang zur Religion und unser religiöses Leben verändern. Wie verändert sich auch unser theologisches Nachdenken darüber, wenn wir selbt mit digitalen Tools arbeiten? 

Schuppert (Homepage) (c) privat

Prof. Dr. Andreas Schuppert
Aachener Graduiertenschule für computergestützte Natur- und Ingenieurwissenschaften, RWTH Aachen

Daten helfen uns, Neues zu lernen. Besonders in der Medizin ist das Lernen aus Beobachtungsdaten zwingend. Gerade die Covid19-Pandemie zeigt deutlich, dass der klassische Ansatz des Lernens aus Daten nicht ausreicht, um optimale Strategien zu entwickeln. Es müssen also Lösungen gefunden werden, die einerseits die Individualität schützen, auf der anderen Seite aber auch die Entwicklung von neuen, notwendigen Diagnose- und Therapieoptionen ermöglichen. Diese Erfahrungen und Erkenntnisse im Hinblick auf Datensensibilität können auch für einen datensesiblen Umgang in der Theologie Impulse bieten.

Axel Siegemund (c) privat

Prof. Dr. Axel Siegemund
Institut für Katholische Theologie, RWTH Aachen

Die digitale Welt bringt die Annahme, dass Religion eine Privatsache sein könnte, endgültig zu Fall. Religionsgemeinschaften hinterlassen Spuren, die noch nach Jahren nachverfolgt werden können. Sollen diese Spuren verwischt oder zu Forschungszwecken bewahrt werden? Für Axel Siegemund hängt von der Antwort ab, ob wir Glaubenszeugnisse als individuell-persönliche oder als eine öffentliche Angelegenheit betrachten.

Unser (Homepage) (c) Aliona Kardash/TU Dortmund

JProf. Dr. Alexander Unser
Instiut für Katholische Theologie, TU Dortmund

Religion hat in den letzten Jahren im digitalen Raum enorm an Bedeutung gewonnen. Um damit verbundene Phänomene verstehen und erklären zu können, brauchen wir in der Theologie zukünftig deutlich mehr Datenkompetenz (Data Literacy) als bisher.

Moderation:

Knut Wormstädt, Institut für Katholische Theologie, RWTH Aachen
Dr. Dieter Praas, Katholisches Hochschulzentrum QuellPunkt, Aachen

Weitere Informationen

Eine Teilnahme vor Ort ist nur für vollständig geimpfte, genesene oder geteste Personen möglich.