Gelungene Premiere der Aachener Fuck Up Stories

DSC05547 (c) Benani Zoumba
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Datum:
Fr 13. Mär 2020
Von:
Dieter Praas

165 Zuhörer*innen waren am 12.3. aktiv im Technologiezentrum bei der ersten Fuck Up Stories Aachen dabei und haben sich in die Diskussion mit eingebracht. Vier Aachener Gründer*innen haben von ihren Misserfolgen und den daraus resultierenden Lernerfolgen berichtet. Woran sind sie gescheitert? Wie haben sie durchgestanden? Was kann ich durch ihre*seine Story lernen? Ein emotionaler Abend an dem Diskutiert wurde, Kontakte geknüpft und das Thema Scheitern bei den Hörnern gepackt wurde.

Wir machen Scheitern in Aachen salonfähig!

(c) Benani Zoumba

In unserer Gesellschaft ist eine Person, die eine Niederlage erfährt oder einen Fehler macht, direkt ein Versager, ein Looser und jemand, mit dem man besser nichts zu tun hat. Dabei gehört Scheitern genauso zum Leben wie Erfolg. Schon als Kinder lernen wir am Meisten aus unseren Fehlern und wissen, wie wir sie in Zukunft vermeiden können. Aus diesem Grund haben sich in Aachen sechs Institutionen zusammengetan, um die Entwicklung hin zu einer positiven und offenen Fehlerkultur in Aachen zu stärken.

Fuck Ups und Learnings von vier Aachener Gründer*innen

Logo Start up Edition (c) Fuck Up Stories Aachen
Logo Start up Edition

Vier Aachener Gründer*innen haben bei der ersten Edition der Fuck Up Stories Aachen auf der Bühne offen von ihren Fuck Ups, also ihren Misserfolgen, aber auch von den draus resultierten Learnings und Entwicklungen erzählt: Die meisten Gründer erschaffen ihr Start-up nicht allein, sondern im Team. Dabei ist es wichtig, dass man sich vertrauen kann und am selben Strang zieht. Doch gerade im Team ist es wichtig, seine eigenen Grenzen zu kennen und sich selbst treu zu bleiben, so Deniz Saner, aktuell Mitgründer von ENLYZE. Die eigenen Bedürfnisse permanent hintenanzustellen und alles für die Firma zu geben mag streckenweise notwendig sein, wenn es allerdings die Regel wird, dann ist es weder für das Unternehmen noch für die Person selber gesund. Im Team muss man zudem auf sein Gegenüber achten. Die Ziele, Wünsche und Motivationen der anderen zu kennen und zu respektieren ist essentiell im täglichen Umgang und vermeidet so manches Missverständnis an dem ein Unternehmen zerbrechen kann. Sie ruft uns dazu auf Gastgeber und Gastfreundlich zu sein. Dies hat uns Laura Slade, erfolgreiche Community-Builderin und Produktmanagerin deutlich gemacht.

Ein Unternehmen kann auch aus anderen Gründen scheitern: Zum Beispiel, wenn das Produkt nicht so richtig zum Markt passt: „2013 und 2020 bestellt man Stahl noch immer per Fax.“, so Christian Sprinkmeyer über den Grund für das Scheitern seines Unternehmens Mapudo. Auch für Tim Host ist klar, dass man sich als Gründer auf sein Ziel und seine Kompetenzen konzentrieren muss und möglichst schnell einen Preis für sein Produkt zu fordern. Nur so merkt man, ob es einen Markt für die Idee gibt und ob dieser auch bereit ist zu zahlen.

Allen Speakern war folgende Message wichtig: Es ist manchmal notwendig den Stecker zu ziehen, um so weiteren persönlichen und geschäftlichen Schaden zu verhindern. Das tut vor allem bei einem Projekt weh, in das man viel Zeit, Geld und Liebe investiert hat. Den richtigen Zeitpunkt dafür zu finden und nicht zu lange auf verlorenem Boden zu kämpfen ist schwierig.

Christliche Failosophie

Miriam Daxberger vom QuellPunkt hat das Projekt maßgeblich initiiert. Für sie ist klar: Vermentliches und tatsächliches Scheitern ist eine biblische und kirchliche Grunderfahrung. Es beginnt schon mit der Vertreibung aus dem Paradies: Der Mensch ist gescheitert und Gott mit seiner Idee vom Menschen irgendwie gleich mit. Mit den Fuck Up Stories möchte der QuellPunkt das Reden über das Scheitern auch im kirchlichen Bereich aus der Tabuzone herausholen.

Non Profit Edition am 15. Juni in der Citykirche

Die nächste Fuck Up Stories Aachen ist natürlich auch schon in Planung: Am 15. Juni wird sich unsere Veranstaltungsreihe auf Non-Profit-Organisationen konzentrieren. Bei dieser Edition werden wir euch Speaker präsentieren, die von ihren Fuck Ups aus dem sozialen und ehrenamtlichen Umfeld berichten. Aktuelle Informationen dazu gibt es auf unserer Homepage: www.fuckupstoriesaachen.de/

Wer steckt dahinter?

Zu den  Organisatoren gehören: QuellPunkt Aachen, digitalHUB, Zentrale Studienberatung der RWTH Aachen, Collective Incubator, AC.E, RWTH Innovation