Zukunft gestalten, Vertrauen Raum geben

Bistum Aachen legt Finanzbericht 2018 vor

Stellten den Finanzbericht 2018 für das Bistum Aachen und das Domkapitel Aachen vor: Dompropst Rolf-Peter Cremer (v.l.), Finanzdirektor Joachim Eich und Generalvikar Dr. Andreas Frick. (c) Bistum Aachen - Anja Klingbeil
Stellten den Finanzbericht 2018 für das Bistum Aachen und das Domkapitel Aachen vor: Dompropst Rolf-Peter Cremer (v.l.), Finanzdirektor Joachim Eich und Generalvikar Dr. Andreas Frick.
5. Dezember 2019
iba

Aachen, (iba) – Mit dem synodalen Gesprächs- und Veränderungsprozess „Heute bei dir“, den Bischof Dr. Helmut Dieser in seiner Silvesterpredigt 2017 initiiert hat, ist das Bistum Aachen auf dem Weg, die Zukunft der Kirche zu gestalten.

„Unser synodaler Gesprächs- und Veränderungsprozess 'Heute bei dir' ist im vollen Gang. Die Kirche im Bistum Aachen ist in Bewegung“, sagt Generalvikar Dr. Andreas Frick im Rahmen der Vorstellung des Finanzberichtes 2018. „Die Gesellschaft wandelt sich, die Lebensgewohnheiten und Bedürfnisse der Menschen ändern sich. Wir reagieren auf diesen gesellschaftlichen Wandel, indem wir mit den Menschen vielfältig in den Dialog treten. Dies ist uns während der ersten Phase unseres gemeinsamen Prozesses gut gelungen“, hebt er hervor. Die Kirche müsse sich verändern, so das Resümee. Dies bedeute auch, aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen. „Wir müssen eingestehen, dass Fehlverhalten und unangemessene Machtstrukturen Vertrauen zerstört haben. Die hohen Austrittszahlen zeigen dies sehr deutlich.“ Bezogen auf den Umgang mit Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche heißt dies: „Die Zeit des Wegschauens ist ein für alle mal vorbei. Transparenz, null Toleranz gegenüber Tätern und eine Kultur der Achtsamkeit, um weiteres Leid zu verhindern, leiten uns im Bistum Aachen“, betont der Generalvikar. „Auch aus diesem Grund stellen wir in unserem Finanzbericht 2018 'Vertrauen Raum geben' unser Programm zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt vor.“

Prävention gegen sexualisierte Gewalt in allen kirchlichen Einrichtungen verankert

Seit Anfang 2011 führt das Bistum Aachen ein umfassendes Präventionsprogramm gegen sexualisierte Gewalt durch, um eine Kultur der Achtsamkeit zu schaffen. 40.000 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende wurden bislang geschult, 250 institutionelle Schutzkonzepte liegen vor. Damit ist die Prävention gegen sexualisierte Gewalt in allen kirchlichen Einrichtungen des Bistums Aachen dauerhaft verankert. Ziel ist es, mögliche Vorfälle schnell zu erkennen und weiteren Schaden zu verhindern. Deshalb wurden niedrigschwellige Beratungs- und Beschwerdewege festgelegt, auf die Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene, aber auch Eltern sowie haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter zurückgreifen können. Dabei legt das Bistum großen Wert auf die Zusammenarbeit mit externen, unabhängigen Beratungsstellen. 

Jahresüberschuss von 15,9 Millionen Euro für Kirchengemeinden, Caritas und Risikovorsorge

Der Jahresabschluss 2018 zeigt mit einem Überschuss von 15,9 Millionen Euro ein stabiles Ergebnis. „Bislang gelingt es, Aufwendungen und Erträge in der Balance zu halten“, sagt Joachim Eich, Leiter der Hauptabteilung Finanzen, Bauwesen und Verwaltung im Bischöflichen Generalvikariat des Bistums Aachen. „Allerdings müssen wir in den kommenden Jahren mit sinkenden Erträgen, aber weiter steigenden Aufwendungen, insbesondere bei Personalkosten und Instandhaltungsmaßnahmen, rechnen.“

227 Millionen Euro für Seelsorge, Soziales und Bildung

2018 leistete das Bistum Aachen Aufwendungen in Höhe von insgesamt rund 347 Millionen Euro. Etwa zwei Drittel davon, 227 Millionen Euro, fließen in Seelsorge – vor allem in die Kirchengemeinden – Bildung und Caritas. Rund 18 Prozent der Aufwendungen entfallen auf Finanzaufwendungen und die Sicherung der Altersversorgung.

Die Kirchensteuererträge stiegen 2018 um 3,6 Prozent auf 261 Millionen Euro. Weitere Erträge erzielt das Bistum aus Zuschüssen der öffentlichen Hand insbesondere für den Betrieb der bischöflichen Schulen. Sie stiegen 2018 mit der Übernahme der Trägerschaft der St. Angela-Schule in Düren um fünf Prozent. Dementsprechend stiegen aber auch die Aufwendungen für die Schulen.

Vom Jahresüberschuss werden jeweils sieben Millionen Euro zur Absicherung der Zuwendungen an die Kirchengemeinden und zur Risikovorsorge verwendet. Eine Million Euro fließt in die Caritasrücklage.

„Mit dem stabilen Ergebnis haben die Kirchengemeinden, die Caritas und die Verbände mittelfristig Planungssicherheit“, sagt Generalvikar Dr. Andreas Frick. „Das Bistum Aachen ist handlungsfähig – vor allem auch, um auf Veränderungen der Bedürfnisse der Menschen zu reagieren und neue Aktivitäten zu unterstützen, die sich aus dem ,Heute bei dir‘-Prozess ergeben.“

Der Jahresabschluss des Bistums Aachen als Körperschaft öffentlichen Rechts folgt den Regeln des Handelsgesetzbuches und wurde von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft ohne Einschränkung bestätigt. Der Finanzbericht 2018 enthält wie in den Vorjahren auch die ebenfalls testierten Jahresabschlüsse des Bischöflichen Stuhls Aachen und des Domkapitels Aachen.

Der Finanzbericht 2018 des Bistums Aachen „Vertrauen Raum geben“ ist als Online-Version unter http://finanzbericht2018.bistum-aachen.de verfügbar.

(iba / Na 082)