Statement Bischof Dr. Helmut Dieser zum Brief von Papst Franziskus an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland

Themenforum II
Themenforum II "Den Glauben leben"
29. Juni 2019
Stabsabteilung Kommunikation

Aachen, (iba) – „Der Heilige Vater, Papst Franziskus, hat einen Brief an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland geschrieben, der heute, am Hochfest der Apostelfürsten Petrus und Paulus, veröffentlicht wird. Das ist ein sehr außergewöhnlicher Vorgang, dem ich mit großer Wertschätzung begegne.

Ich bin überzeugt, dass er mit viel Aufmerksamkeit und Wohlwollen in unserem Bistum aufgenommen wird und wir daraus sehr hilfreiche geistliche Orientierung und Nutzen auch für unseren Bistumsprozess „Heute bei dir“ gewinnen werden.

  • Mich beeindruckt an diesem Brief, wie stark der Heilige Vater die geistliche Dimension von Synodalität hervorhebt und diese stets auf das gesamte Volk Gottes hin begreift.
    Nicht Einzelne sind Delegierte oder Mandatsträger oder gar Lobbyisten im synodalen Weg, sondern Synodalität verlangt, stets den Blick auf die im Volk Gottes gelebte Heiligkeit zu richten, die aus der Annahme des Glau­bens kommt, die sich in Gebet, Buße und Anbetung als echt erweist.
  • Mich beeindruckt weiterhin, wie deutlich der Heilige Vater die Gefahren beschreibt, die den Weg der Synodalität begleiten und ihn um seine Frucht­barkeit bringen können. Deshalb sehe ich in seinen Ausführungen auch eine Einladung und Anleitung zu immer neuen geistlichen Übungen, um gemeinsam den Versuchungen zu entgehen, die das synodale Vorangehen bedrohen.
  • Zum Andern sehe ich uns im Bistum Aachen darin bestärkt, dass die zentrale Frage nach den Chancen und Wegen der Evangelisierung den Leitstern unseres synodalen Gesprächs- und Veränderungsprozesses „Heute bei dir“ darstellt. Das Schreiben treibt uns dazu an, uns das noch tiefer bewusst zu machen und auf alle Beratungen und Empfehlungen anzuwenden.
  • Schließlich beeindruckt mich, wie sehr der Heilige Vater hervorhebt, dass Synodalität voraussetzt, dass alle aus einem Sensus Ecclesiae heraus sich einbringen, damit die Gefahr von Spaltung und Schwächung des kirchlichen Zeugnisses gebannt werden kann.

Ich bin darum dem Heiligen Vater sehr dankbar für die Initiative seines Briefes an uns, gerade zum jetzigen Zeitpunkt, und für die klaren und wegweisenden Ausführungen.
Ich bin überzeugt, sie können in uns allen die geistliche und kirchliche Haltung begründen und vertiefen, aus der heraus wir in unserem Bistumspro­zess, aber auch im synodalen Weg aller deutschen Diözesen miteinander auf dem Weg sein werden und mit Hilfe des Heiligen Geistes zu guten Ergebnissen gelangen können.

Immer neu wird dieser Brief auch eine Fundquelle für Orientierung, Korrektur und Trost für den synodalen Weg und polarisierende Debatten darstellen und uns begleiten.

Darum bitte ich alle Schwestern und Brüder im pilgernden Volk Gottes darum, sich mit dem Brief des Heiligen Vaters in den Gemeinden, Gemeinschaften, Verbänden und Einrichtungen unseres Bistums vertraut zu machen und ihn gemeinsam geistlich zu lesen.“

Statement von Bischof Dr. Helmut Dieser zum Papstbrief (lange Version)