27. Dezember, Fest der Heiligen Familie - „Meine Augen haben das Heil gesehen, dass du vor allen Völkern bereitet hast.“ (LK 2, 30)

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Datum:
27. Dezember 2020
Von:
Angela Müller - Geistliche Begleitung im Heute bei dir Prozess

27. Dezember, Fest der Heiligen Familie – in diesem Jahr rückt dieses Fest in besonderer Weise in den Mittelpunkt unseres Lebens. Es scheint mir, als ob es noch nie so bedeutsam war, wie in diesem Jahr. Bei einem Treffen mit den Firmanden unserer Gemeinde haben wir, nach dem ersten großen Lockdown, darüber gesprochen, was in dieser zurückliegenden Zeit besonders wichtig war: die Familie. Das haben viele gesagt - die Familie, die getragen hat, die schützt und begleitet, die Mut macht und Halt gibt,….

Eine Jugendliche sagte ganz beschämt: „ Ich habe bis zu diesem Zeitpunkt nicht verstanden, wie wichtig meine Familie für mich ist. Ich glaube, ich war nicht immer so nett zu meiner Familie……“ Mir stockte der Atem, als ich das hörte! 

Gerade jetzt, in dieser Zeit, die für alle nicht so einfach ist, lenkt Gott den Blick auf eine kleine Familie: Maria und Josef mit dem Kind in der Mitte. Von diesem Kind geht so viele Licht und Hoffnung ausgeht. 

Und um dieses Kind sammelt sich eine noch größere Familie- die Hirten, die Weisen und nun auch Simeon und Hanna, die beiden alten Menschen. Auch sie sind ein wichtiger Teil dieser Familie, die alten Menschen, die ansonsten gerne vergessen und übersehen werden. Sie sind gleichsam die älteren Mitglieder dieser Familie. Sie schauen auf das Kind und werden durch dieses Kind verwandelt, wie eine zweite Jugend, die sie erleben.

Das geht jedem so, der in das Gesicht eines Neugeborenen sieht. Da springt der Funke über, da sieht man ein Leuchten und Strahlen in den Gesichtern. Gerade gestern, bei einem Gespräch mit einem Freund, der es wahrlich nicht leicht hat in seinem Leben, sagte dieser: Den kleinen Enkel im Arm halten- das ist es!!!

Der alte Simeon schaute in das Gesicht Jesu und spürte, wie der Herr in seinem Herzen wuchs und auch Hanna „pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten“( Lk 2,38b). Sie lässt Jesus im Herzen derer wachsen, die suchen und die ihr zuhören.

Wir alle sind Teil dieser besonderen Familie. Niemand bleibt alleine. Wenn wir das Evangelium aufnehmen und es wachsen lassen, werden wir jünger im Herzen, bekommen neue Kraft geschenkt und bringen neue Frucht hervor. Den Herrn aufnehmen, ihn im Herzen bewahren und wachsen lassen, das steht für die Heimat und Berufung derer, die sich zur Familie Gottes zugehörig fühlen, die in ihr leben und wirken, weit über diese Familie hinaus, damit unsere Welt heller wird, und allen die Liebe und der Friede geschenkt wird, der von dieser kleinen und oft so schwachen Familie ausgeht.