Bistum Aachen


 

 

 

 

 

 

 

 

Newsletter "Heute bei dir"


 

Bischof Helmut Dieser: „Kirche ist Dialog, der zum Handeln führt“

Themenforum Aachen

Aachen, (iba) – „Samstag, Themenforum, gute Laune“, mit diesen Worten fasste Aachens Bischof, Dr. Helmut Dieser, seine Stimmung zu Beginn des dritten Themenforums zusammen. Dieses stand unter dem Motto „Den Glauben leben“. Er sei begeistert, dass so viele Teilnehmer mit spürbar gespannter Erwartung ins Bischöfliche Pius-Gymnasium in Aachen gekommen seien. „Die Themen des heutigen Tages vermitteln uns den Eindruck, wie wir ganz unmittelbar Kirche erleben.“ Rund 150 Menschen haben über die Zukunft der katholischen Kirche im Bistum Aachen gesprochen. Das Themenforum war Teil des synodalen Gesprächs- und Veränderungsprozesses „Heute bei dir“.

Die Plakate mit den Ergebnissen der Arbeitsgruppen

Teilprozessgruppe „Gottesdienst und Gebet“

GR TPG 1.1 Gottesdienst und Gebet

Die Teilprozessgruppe „Gottesdienst und Gebet“ setzte sich beispielsweise mit Aspekten wie „Was ist Gebet“, „Musik und Kirche“, „Willkommenskultur“ oder überhaupt der Qualität und Würde von Gottesdiensten auseinander. Beten solle „eine personale Beziehung zu Gott ausdrücken und fördern“, es werde sowohl mit „tradierten Gebetstexten“ identifiziert als auch als etwas sehr Privates. Kirchenmusik entwickelt sich nach Ansicht der Gruppe immer weiter, ihre Vielfalt – von Gregorianik bis hin zu zeitgenössischen Ausdrucksformen – sei von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Bei der Frage nach der Würde der Liturgie bewegten sich die Gottesdienste in einem gewissen Spannungsfeld zwischen traditionellen und experimentellen Formen. Beim Thema Wortgottesfeiern sehen die Autoren des Zwischenberichts die Gläubigen gespalten zwischen Befürwortern und Kritikern.

Teilprozessgruppe „Begleitung von Menschen auf ihrem Glaubensweg“

GR TPG 1.2 Begleitung von Menschen auf ihrem Glaubensweg

Derweil beschäftigte sich die Teilprozessgruppe „Begleitung von Menschen auf ihrem Glaubensweg“ insbesondere mit der Sakramentenkatechese bei Taufe, Erstkommunion und Firmung sowie mit der Begleitung in anderen pastoralen Kontexten: Dazu gehören z.B. Angebote für Menschen ohne Arbeit, für Wiederverheiratete, für Singles ohne Kinder etc. - oder auch geistliche Angebote im Alltag, z.B. Exerzitien oder Gebetsgruppen. Die Teilprozessgruppe nimmt aber auch Projekte der Neuevangelisierung oder besondere Zielgruppen, z.B. Jugend, Familien, Senioren in den Blick. Die Teilprozessgruppe identifizierte im ersten Schritt eine Sehnsucht nach Spiritualität bei vielen Menschen. Dementsprechend ist Aufgabe der Begleitung auf dem Glaubensweg viele verschiedene Wege zu Gott und zu Spiritualität zu eröffnen durch individuelle Ansprache. Dies kann geschehen durch Angebote, die den anderen erreichen, aber seine Autonomie und seine Verantwortung für den eigenen Weg wahren.

Teilprozessgruppe „Begleitung in Ehe und Familie“

GR TPG 1.3 Begleitung in Ehe und Familie

Die Teilprozessgruppe „Begleitung in Ehe und Familie“ zog eine positive Bilanz beim Angebot der „Ehevorbereitung“ im Bistum Aachen. Es gebe viele unterschiedliche Angebote, die oft attraktiv und modern gestaltet seien – sogar Kochseminare und eine Hochzeits-App. Ähnlich sei die Situation bei der „Begleitung von Familien“ mit Freizeitangeboten, Antworten zu Erziehungsfragen oder Wallfahrten. Dagegen würden nach Meinung der Teilprozessgruppe in den Gemeinden kaum Angebote für „Paare ohne Kinder“ gemacht. Beim Gesichtspunkt „Scheidung/Wiederverheiratet Geschiedene“ setzte sich die Gruppe mit der Betroffenheit von Menschen in einer Scheidungsphase und ihrer Wahrnehmung in der Kirche auseinander.

Teilprozessgruppe „Charismenorientierung“

GR TPG 1.4 Charismenorientierung

Ein Ansatzpunkt der Teilprozessgruppe „Charismenorientierung“ war, den Begriff theologisch – als die Gaben Gottes an jeden Getauften – und soziologisch – als Ausstrahlung und Fähigkeiten eines Menschen – zu betrachten. Nach Meinung der Teilnehmer werde an vielen Stellen im kirchlichen Raum entweder nur wenig charismenorientiert gearbeitet oder es sei zumindest oft nicht nach außen sichtbar. Der Weg von der „HelferInnensuche“ zum „Verwirklichungsraum von Charismen“ sei noch weit. Eine Charismenorientierung sei in der Arbeit der Kirche aber zwingend notwendig und brauche unter anderem folgende Perspektiven: Sehnsucht wecken, Veränderungen zulassen, Zusammenarbeit auf Augenhöhe, Gemeinschaft in der Spiritualität stärken, mehr soziale Medien nutzen, Anerkennungskultur fördern, Netzwerke bilden.“

Teilprozessgruppe „Dialog“

GR TPG 1.5 Dialog

In der Teilprozessgruppe „Dialog“ wurde festgestellt, dass einer „Vielzahl der Christinnen und Christen in unserem Bistum an einem Dialog untereinander gelegen“ sei. Es gebe gerade bei einigen neueren Gottesdienstmodellen besondere Dialogformen. Grundsätzlich hält die Gruppe eine „Intensivierung der Dialogkultur“ aber für unerlässlich. Neben der Ökumene mit den evangelischen und orthodoxen Christen untersuchte die Gruppe auch den interreligiösen Dialog im Bistum – im Hinblick auf den christlich-jüdischen sowie den christlich-islamischen Austausch.