Bürgerschaftlich engagiert

In Eschweiler starten die katholischen Pfarreien, unterstützt vom Caritasverband, den „Talentschuppen“

Die neue Plattform sammelt, wo Ehrenamtliche gebraucht werden und wer gerne aktiv werden möchte, und bringt sie zusammen. (c) www.pixabay.com
Di 17. Sep 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 38/2019 | Andrea Thomas

„Ehrenamt ist wie Öl für die Gesellschaft“, sagt Rainer Krebsbach vom Referat „Ehrenamt, Familie, Migration“ des regionalen Caritasverbands, „ohne läuft es nicht.“ Viele könnten sich vorstellen, „Schmiermittel“ zu sein, wissen aber nicht so recht, wo und wie. Im Gegenzug suchen Vereine und Einrichtungen immer wieder nach genau diesen Menschen. Das neue Projekt will beide Seiten zusammenbringen – und das nicht nur im kirchlichen Bereich.

Diakon Udo Haak koordiniert das Angebot. (c) Andrea Thomas

„Entstanden ist die Idee aus dem GdG-Räte-Tag im vergangenen Jahr und dem Wunsch nach einem gemeinsamen diakonischen Projekt“, erläutert Petra Minge, Gemeindereferentin in der Pfarrei St. Peter und Paul. Gedacht ist die Ehrenamtsbörse mit dem klingenden Namen „Talentschuppen“ als Plattform für alle Bereiche, in denen Menschen sich für das Gemeinwohl engagieren, unabhängig davon, ob sie sich Kirche verbunden fühlen. Das ist dem Team dahinter, zu dem neben Haupt- und Ehrenamtlichen aus den Eschweiler Gemeinden auch ein Vertreter der Stadt sowie Rainer Krebsbach für die Caritas gehören, wichtig. „Die Kirche ist da nur der Vermittler. Wir wollen über unseren Kirchturm hinweg schauen“, sagt Udo Haak, Diakon aus der Pfarrei „Heilig Geist“, der das Angebot koordiniert.

Offizieller Start ist mit dem Caritassonntag an diesem Wochenende. Ab dann können sich Menschen (zurzeit ab 18 Jahren), die Spaß an einem Ehrenamt haben oder eine Idee, mit der sie sich einbringen wollen, melden. Im Vorfeld hat das Team bereits Gruppen, Vereine, Organisationen und Institutionen angeschrieben und ihnen ihre Dienste als Vermittler von neuen Ehrenamtlichen angeboten. Dazu mussten die Adressaten einen Fragebogen ausfüllen, in dem sie sich vorstellen und angeben, wofür sie Freiwillige suchen und in welcher Form diese bei ihrer Tätigkeit begleitet und betreut werden. Das soll die Vermittlung erleichtern und sicherstellen, dass die Ehrenamtler nicht ausgenutzt werden. Im persönlichen Gespräch mit den an einem Ehrenamt Interessierten versucht Udo Haak dann herauszufinden, was für den jeweiligen Menschen passt, um ihm auch da das Gefühl zu geben, gut begleitet und in seinem Tun wertgeschätzt zu werden. Passe das, profitierten beide Seiten davon, wie Rainer Krebsbach erklärt. Die Ehrenamtlichen helfen nicht nur anderen, sondern finden Sinn, neue Kontakte oder entdecken verschüttete Talente.

Interessierte können sich melden, Tel.: 01 62/3 67 53 77 oder E-Mail: talentschuppen@hl-g.de