Weg vom „Kirchisch“

Erster Medientag im Bistum Aachen traf den Nerv der „Verkünder“ aller Regionen

Referent Joachim Frank über den Dialekt der Kirche und warum die Glaubensgeheimnisse der Übersetzung bedürfen. (c) Dorothée Schenk
Referent Joachim Frank über den Dialekt der Kirche und warum die Glaubensgeheimnisse der Übersetzung bedürfen.
Di 26. Mär 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 13/2019 | Dorothée Schenk
„Deine Sprache verrät dich.“ Das sagten die Wächter zu Petrus, als er Jesus verleugnete. Ein treffendes biblisches Motiv, das Joachim Frank, Chefkorrespondent des Kölner Stadtanzeigers, als Referent in seinen einleitenden Worten zum ersten diözesanen Medientag fand.

 „Kirchisch“ nannte er den „Dialekt“, den die Verkünder des Glaubens sprächen. „Es geht nicht um Dialekt, sondern Intellekt – es geht nicht um Rhetorik, sondern um Charakteristik, es geht nicht um den Wortschatz, sondern um den Schatz des Lebens, und es geht auch nicht um stilistische Brillanz, sondern es geht um die Existenz“, fügte Frank hinzu. 120 Teilnehmer fühlten sich offenkundig angesprochen und zeigten, dass das Angebot den Nerv der Zeit trifft. Sie waren willens umzusetzen, was Joachim Frank ihnen für diesen Tag mit auf den Weg gab: „Wir haben diese großen Glaubensgeheimnisse Gnade, Heil, Erlösung, Auferstehung, Sakrament, die der Übersetzung bedürfen.“ Bischof Helmut Dieser hatte sich in seiner Begrüßung auf den Bibelvers „Das Wort ist Fleisch geworden“ (Joh 1,14) bezogen und aufgerufen, die Sprache lebensnäher, „leibhaftiger“ werden zu lassen.

Aus allen acht Regionen waren Vertreter der Einladung des Bistums Aachen gefolgt, um sich über Pressearbeit, Internet, Aufbau von Pfarrbriefen und Webseiten, Social Media und Fundraising, Fotografie, Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte für ihre tägliche Arbeit in Gemeinden und Institutionen schulen zu lassen. Fachkundige Referenten hatten sie an der Seite, die überzeugten. Vor allem die Praxisnähe und der Austausch mit Gleichgesinnten wurde bei den ja durchaus Medienerfahrenen als Gewinn empfunden. In der GdG Korschenbroich entsteht gerade ein Magazin namens „Aufbruch“, aber, wie es Pfarrer Marc Zimmermann formulierte: „Ich leide etwas daran, dass wir das bisher so unprofessionell gemacht haben.“ Mit den gewonnenen Erkenntnissen aus dem Medientag fühlte er sich nun gut gerüstet. Ebenso ging es Teresa Canovas, Lehrerin am Mädchengymnasium Jülich. Angeregt durch den Internet-Workshop hatte sie noch am Abend einen Beitrag auf Facebook angelegt und plante für Instagram. Hier sah auch Martin Westenburger, Gemeindereferent der GdG Blankenheim/ Dahlem, persönlich Nachholbedarf und lobte: „Sehr gut fand ich, dass Fachleute auch von außerhalb der Kirche mit ihren Erfahrungen, Deutungen und ihrem Fachwissen einbezogen worden sind.“ Auf jeden Fall ein Angebot, das nach Wiederholung ruft – mit einer Anregung. Teresa Canovas: „Für das nächste Mal wäre es sinnvoll, die Gruppen etwas homogener einzuteilen und einen praktischen Teil am Computer oder eigenem Laptop anzubieten.“