Sundowner, Mutmacher und der Vitus, der gefunden werden wollte

21:30 Uhr, das war für viele ein fester Termin in der Zeit vom 3.-12. Juni. Zur Zeit des Sonnenunterganges fanden die Sundowner-Abendgebete anlässlich der verschobenen Heiligtumsfahrt statt, und zu einem allabendlich festen Kern gesellten sich immer wieder neue Interessierte.

Sundowner (c) Pfarre St. Vitus
Sundowner
Datum:
Mi. 16. Juni 2021
Von:
Charlotte Lorenz

Erwartungsvoll setzten sich die Besucherinnen und Besucher beider Konfessionen in die sanft illuminierte Kirche und ließen sich von unterschiedlichster Musik – mal Orgel, Gitarre, Harfe, Querflöte oder Bass-Klarinette mit Stimme oder Cello, Bratsche und Chor – und wohlüberlegten Texten evangelischer und katholischer Vorbereitungsteams überraschen. Immer anders, immer neu und immer inspiriert traf man sich schließlich bei einem Sundowner-Getränk zum ausgiebigen Gespräch auf dem Münsterplatz.

Im Schnitt waren jeweils rund 40 Personen in der Münster-Basilika, um die ökumenischen Abendgebete zu feiern. Von vielen Seiten kam die Anregung, sie zu etablieren, um den Namenstag des Heiligen Vitus sei doch eine wunderbare Zeit dafür – vielleicht der Beginn einer neuen Tradition?

Den Abschluss der Heiligtumsfahrt hätte das Vitusfest gebildet. Pfarrer Till Hüttenberger, Vorsitzender des Mönchengladbacher Stadtverbands der ev. Kirchen, war zu Gast und rief in einer packenden Predigt dazu auf, den Mut zur Veränderung angesichts eines scheinbar unüberwindlichen Berges nicht zu verlieren, weiterhin zuversichtlich Samen zu säen und darauf zu vertrauen, dass die gute Saat aufgehen werde.

Oberbürgermeister Felix Heinrichs, der in der Münster-Basilika zur Erstkommunion und Firmung gegangen war, befeuerte dies in seinem Grußwort am Ende des Gottesdienstes. „Vielleicht wollte Vitus genau hier gefunden werden“, um damit ein Samenkorn für eine bunte Stadt zu sein. Er freut sich auf einen verbindenden, offenen Brunnenhof, Sinnbild einer fruchtbaren Zusammenarbeit der Gladbacher Stadtgesellschaft und ihrer Stadtkirche. Dass die Kollekte des Vitusfestes zugunsten des baufälligen Turmes der Evangelischen Hauptkirche in Rheydt bestimmt war, ist ein weiteres Sinnbild für den Zusammenhalt in einer Stadt, die Einheit durch Vielfalt anstrebt.