Nach dem entsetzlichen Verbrechen von Halle: Zusammenstehen reicht nicht

Das Nell-Breuning-Haus in Herzogenrath fordert: Die Bildungsangebote für Demokratie und Menschenwürde müssen ausgebaut werden

Dr. Manfred Körber (c) Susanne Hoppe
Dr. Manfred Körber
Fr 11. Okt 2019
Thomas Hohenschue

Die entsetzlichen Ereignisse von Halle erschüttern unsere Gesellschaft und wir stehen fassungslos vor solchem Hass. Aber Antisemitismus und Rechtsextremismus sind ein strukturell in unserer Gesellschaft verwurzeltes Problem und kein plötzlich auftretendes Ereignis.

Die Ereignisse von Halle zeigen, wie wichtig eine qualifizierte politische Bildungsarbeit ist. Sie macht sensibel für die offensichtlichen und die versteckten Anzeichen von Antisemitismus, Rassismus, Menschenfeindlichkeit und anderen Formen von Ausgrenzung. Sie befähigt Menschen, gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus einzuschreiten und sich aktiv für Demokratie, Menschenwürde und Solidarität einzusetzen.

Eine solche Bildungsarbeit zu fördern ist eine dringliche Aufgabe der Gesellschaft und auch der Kirchen. Sie ist leider immer noch keine Selbstverständlichkeit. Solidarische  Zeichen in der Zeit der Trauer sind wichtig – ohne Entschlossenheit zum präventiven Handeln bleiben sie Trostpflaster. 

Als Bildungsträger, der sich seit langem in der politischen Bildungsarbeit für Jugendliche und Erwachsene engagiert, fordern wir deshalb gemeinsam mit vielen anderen Trägern der politischen Bildungsarbeit: Die Bildungsangebote für Demokratie und Menschenwürde müssen nachhaltig ausgebaut werden. Entsprechende Programme und Maßnahmen müssen intensiver als bisher gefördert werden! Denn Bildungsarbeit für Demokratie und Menschenwürde ist das Rückgrat einer offenen und solidarischen Gesellschaft.

Dr. Manfred Körber, Leiter des Nell-Breuning-Hauses Herzogenrath