Erfurt: Projekt Respekt gewinnt Kettelerpreis

Ministerpräsident Bodo Ramelow, Thüringen, überreicht den Preis

Kettelerpreis (c) KAB
Kettelerpreis
Sa 30. Nov 2019
KAB

„Respekt“ ist der Name eines Projekts von KAB und kath. Betriebsseelsorge in der Region Heinsberg

Kettelerpreis (c) KAB
Kettelerpreis

Nach Schweizer Vorbild zeigt Respekt sich solidarisch mit meist Frauen, aber auch Männern aus Osteuropa, die hier als Wanderarbeiter*innen oder in der 24-Stunden-Betreuung pflegebedürftiger Menschen tätig sind. Fast 75 Prozent von ihnen sind nach eigenen Erhebungen von „Respekt“ illegal oder als Scheinselbständige tätig.

Ziel des Projekts ist es, die Arbeits- und Lebensbedingungen für diese Menschen kurzfristig zu verbessern, zugleich Politik und Gesellschaft auf die Missstände hinzuweisen und so für die Zukunft nachhaltig Forderungen umzusetzen, etwa nach einer gerechten
Entlohnung in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen mit Verträgen, in denen Probezeit und Kündigungsfrist ebenso enthalten sind wie eine Regelung für Arbeits- und Urlaubszeiten und eine genaue Arbeitsplatzbeschreibung. Hinzu kommt etwa die
Forderung nach Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung und der Supervision für die Pflegekräfte, die oft in für sie belastenden psychischen Situationen tätig sind. Gegründet wurde das von Rosi Becker, Sonja Hanrath und Johannes Eschweiler betreute Projekt im September 2017. Vier Gruppen des Netzwerks, das derzeit rund 80 Arbeitnehmer*innen aus Osteuropa erreicht, treffen sich inzwischen regelmäßig. Alle Teilnehmer sind Mitglieder der KAB über einen mit 1,50 Euro pro Monat vom Projekt geförderten Beitrag, sodass sie selbst nur einen Euro pro Monat für ihre Mitgliedschaft aufbringen müssen.