Ausgezeichnet: Pfarrer Manfred Deselaers erhält Edith-Stein-Preis

Für seine Erinnerungsarbeit in der Gedenkstätte Oświęcim (Auschwitz)

Für seine Erinnerungsarbeit in der Gedenktstätte Oświęcim (Auschwitz) hat Pfarrer Manfred Deselaers (r.), Priester des Bistums Aachen, den Edith-Stein-Preis erhalten. Außerdem ausgezeichnet wurden Prof. Jerzy Machnacz und Anita Czarniecka–Stefańska. (c) Ania Majowicz
Für seine Erinnerungsarbeit in der Gedenktstätte Oświęcim (Auschwitz) hat Pfarrer Manfred Deselaers (r.), Priester des Bistums Aachen, den Edith-Stein-Preis erhalten. Außerdem ausgezeichnet wurden Prof. Jerzy Machnacz und Anita Czarniecka–Stefańska.
Do 17. Okt 2019
Stabsabteilung Kommunikation

Aachen/Breslau, (iba) – Die Edith-Stein-Gesellschaft in Breslau hat Pfarrer Manfred Deselaers, Priester des Bistums Aachen, für sein Wirken in der Gedenkstätte Oświęcim (Auschwitz) und seinen Einsatz für die polnisch-deutsche Aussöhnung ausgezeichnet. „Für den äußerst einfühlsamen priesterlichen Dienst in Oświęcim, die Arbeit zur religiösen Bedeutung der Erinnerung an Auschwitz und der tiefen Heilung dieser 'offenen Wunde im Herzen Europas', die Tätigkeit im Zentrum für Dialog und Gebet für Frieden, den interreligiösen und internationalen Dialog, die Verbreitung des Kultes der Märtyrer des Holocaust: der heiligen Edith Stein und des heiligen Maximilian Kolbe, und für die jahrelange Zusammenarbeit mit und Unterstützung der Edith-Stein-Gesellschaft in Breslau", so heißt es in der Begründung, erhielt Pfarrer Deselaers nun den Edith-Stein-Preis. 

„Ich freue mich über die Anerkennung. Aber vor allem freut mich, dass Edith Stein 'lebt', im Edith-Stein-Haus in Breslau (dem ehemaligen Familienhaus der Familie Stein) und an vielen anderen Orten, auch am Rande von Auschwitz. Sie hat eine enorme Ausstrahlung und immer mehr Menschen spüren, dass ihr Ringen in der Zeit vor und im Nationalsozialismus auch für unsere Zeit viele Antworten bietet. Ich wünsche mir sehr, dass wir uns in der gegenwärtigen Krise an die Patronin Europas wenden und sie um Hilfe bitten", sagt Pfarrer Manfred Deselaers auch mit Blick auf den wieder aufflackernden Antisemitismus, die seine Erinnerungsarbeit wichtiger denn je machen.

Manfred Deselaers lebt als Auslandsseelsorger der Deutschen Bischofskonferenz seit fast 30 Jahren in der Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz. Im dortigen Zentrum für Dialog und Gebet begleitet er insbesondere Schülergruppen beim Besuch der Gedenkstätte und hilft ihnen dabei, ihre Eindrücke verarbeiten zu können. Geboren wurde er 1955 in Düsseldorf, aufgewachsen ist er in Viersen. Nach seiner Zeit als Kaplan in Mönchengladbach ging er 1989 nach Polen. (iba / Na 070)