2 Kön 5,13 „Doch seine Diener traten an ihn heran

Waldweg (c) Edith Furtmann
Waldweg
Datum:
Mo. 8. März 2021
Von:
Edith Furtmann

und redeten ihm zu:
Wenn der Prophet etwas Schweres von dir verlangt hätte,
würdest du es tun;
wie viel mehr jetzt, da er zu dir nur gesagt hat:
Wasch dich, und du wirst rein.“

Die Geschichte ist folgende: Ein Feldherr aus Aram kommt zu Elischa und erhofft sich ein Wunder: er möchte, dass dieser seinen Aussatz heilt. Und er stellt sich vor, dieser träte zu ihm hin und tue dann irgendein Wunder, wie auch immer. Stattdessen schickt Elischa ihn an den Jordan zu baden. Der Feldherr versteht das nicht: das Wasser in seiner Heimat ist doch in seinen Augen viel reiner und hilft nicht, wie soll das jetzt gehen. Die Pointe: auf Anraten seiner Diener tut er, was der Prophet gesagt hat und wird geheilt.

Warum ich diesen Satz ausgesucht habe? Weil mir beim Lesen sofort einfiel „was nix kostet, ist auch nix“. Oder, was Gemeindemitglieder zu mir gesagt haben, wenn sie beklagten, dass wir keine Gemeindereferentin mehr hätten und dieses oder jenes ausfiel bzw. „nur“ von mir gemacht wurde: Du wirst ja nicht dafür bezahlt…

Denken wir nicht oft so? Das etwas, was nichts kostet, was gar nach nichts aussieht, wie wir so schön sagen, nichts sein kann? Wenn uns jemand seine Hilfe anbietet, suchen wir nicht nach dem Haken an der Geschichte? Wieviel leichter ist es zu glauben, dass die Rettung hochkompliziert und teuer ist, als so ein einfaches „geh Dich im Fluss waschen“…

Denken wir neu. Überdenken wir die Art, wie wir Dinge bewerten. Überprüfen wir unsere Erwartungen. Und gehen wir, jede und jeder für sich, aber doch gemeinsam auf Ostern zu.