Gute Kommunikation zu den Einsatzkräften ist Basis für die Arbeit der Notfallseelsorge

Tag der Notfallseelsorge 2 (c) Bistum Aachen / Garnet Manecke
Tag der Notfallseelsorge 2
Mo, 1. Okt 2018
Stabsabteilung Kommunikation / iba

Zum ersten Mal trafen sich Notfallseelsorger mit Vertretern von Polizei, Feuerwehr, Opferschutz und verschiedenen Rettungsdiensten in Mönchengladbach beim Tag der Notfallseelsorge, um über die besonderen Herausforderungen bei Einsätzen bei Terror-Anschlägen zu diskutieren.

„Die tägliche Arbeit der Notfallseelsorge als Beistand für Trauernde und Notleidende stellt einen ureigenen und unverzichtbaren christlichen Auftrag dar“, schrieb Bischof Helmut Dieser in seinem Grußwort, das Patrick Philipp, Referent für Seelsorge im Sozial- und Gesundheitswesen im Bistum Aachen, vorlas. „Sie halten die Fassungs- und Sprachlosigkeit der Betroffenen mit aus und helfen oft schon mit Ihrem Da-Sein, die schweren Schritte nach einem Verlust zu gehen.“ Wie das im konkreten Fall aussieht, beschrieb Pfarrer Justus Münster aus Berlin am Beispiel des Attentats auf dem Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz den 160 Teilnehmern beim Tag der Notfallseelsorge.

Die Bilder sind allen noch in Erinnerung: Als am 19. Dezember 2016 ein Attentäter mit einem 40-Tonner auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin raste, sind zwölf Menschen gestorben, viele wurden verletzt, zum Teil schwer. In so einem Fall ist strukturiertes und koordiniertes Handeln bei Polizei, Rettungskräften und Notfallseelsorgern erforderlich, um den Opfern schnell und effektiv helfen zu können. Mehr als 100 Verletzte habe es an diesem Tag gegeben, als die Notfallseelsorger vor Ort gewesen seien, berichtete Münster. In seinem Vortrag zeigte er auch die Grenzen für die Notfallseelsorger in der Zusammenarbeit mit Polizei und Feuerwehr auf. So sei ihnen in Berlin zum Beispiel der Zugang zu einem der drei eingerichteten Betreuungsräume von den Polizeibeamten vor Ort verwehrt worden, berichtete Münster. Um solche Pannen zu vermeiden, sei eine gute Kommunikation zwischen Polizei, Feuerwehr und Seelsorge nötig. Die Arbeit in dichten Netzwerken, in denen man sich gegenseitig kennt, sei daher die Basis. „Netzwerke sind nicht die Lösung aller Probleme, aber gute Netzwerke helfen uns, bei der Bewältigung solcher Einsätze“, betonte Münster.

Der Netzwerk-Gedanke war für die Organisatoren der Ökumenischen Notfallseelsorger-Konferenz West im Bistum Aachen daher auch ein wesentlicher Aspekt der Fachtagung. Neben den Fachvorträgen zum Opferschutz und der Zusammenarbeit konnten sich die Teilnehmer über die Arbeit von Rettungskräften im Sanitätsdienst sowie der Organisation von Großeinsätzen von Feuerwehr und Katastrophenschutz informieren. An verschiedenen Einsatzfahrzeugen auf dem Schulhof der Bischöflichen Marienschule erklärten Fachleute ihre Arbeit in verschiedenen Notfalllagen.

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