Aufgaben der Seelsorge in der Flüchtlingsarbeit in der Region Krefeld

Der Auftrag Jesu, sich um die „armen Seelen" seiner Zeit zu sorgen bedeutet für uns, dass wir uns um die Bedrängten unserer Zeit zu kümmern haben. Hierin finden die Worte des Papstes Franziskus zur Flüchtlingsproblematik ihre Begründung. „Das Bistum Aachen unterstützt weiterhin die Arbeitslosen-, Asyl- und Flüchtlingsarbeit auf allen Ebenen" (aus: Eckpunkte für die Pastoral des Bistums), dem entspricht der Auftrag von Bischof em. Heinrich Mussinghoff zum Wiederaufbau der Flüchtlingsarbeit im Dezember 2014. 

Es geht in der kirchlichen Flüchtlingsarbeit um eine umfassende Hilfe, die neben der materiellen und beratenden auch die seelsorgerischen Belange, sowohl der Flüchtlinge als auch der Helfer, beinhaltet.

Die „Flüchtlings-Seelsorge" bietet sich als Ansprechpartnerin für Kommunen, Institutionen und für andere Kirchen und Religionen an.
So arbeitet sie mit den kommunalen Einrichtungen und Personen, insbesondere den zuständigen Fachbereichen der Stadt Krefeld, den Sozialarbeitern und Unterkunftsbetreuern, den Teams des städtischen Flüchtlingskoordinators und des Kommunalen Integrationszentrums und anderen so weit wie möglich zusammen, um durch christlichen Geist geprägte Kommunikation und auch durch spirituelle Impulse zu einem guten Miteinander beizutragen und dabei Sichtweisen und Werte zu diskutieren, die zur gesellschaftlichen Akzeptanz der Flüchtlinge und damit anderer Sichtweisen beitragen und eine interkulturelle Öffnung fördern. So setzt sie sich anwaltschaftlich für die Belange der Flüchtlinge ein.

Die Flüchtlings-Seelsorge unterstützt nach Möglichkeit die Arbeit anderer in dieser Sache tätiger Akteure, Gruppierungen, Runden Tische und Arbeitskreise in der Region, welche sich mit dem Schwerpunkt "Asyl- und Flüchtlingsarbeit" beschäftigen, u.a. arbeitet sie unterstützend bei der Vernetzung dieser Gruppierungen, sucht auf, berät und bietet Hilfe an.

U.a. im Bereich der Qualifizierung, Unterstützung und Begleitung der ehrenamtlich Tätigen tauscht sich die Flüchtlingsseelsorge mit dem "Regionalen Caritasverband Krefeld" und dem "Katholischen Forum für Erwachsenen- und Familienbildung" aus und stimmt deren Arbeit mit ihrem Betätigungsfeld ab.

Die Flüchtlingsseelsorge macht sich zur Aufgabe, für die notwendige Bewusstseinsbildung zum Thema "Flucht und Vertreibung - Asyl als Grundrecht" in den pastoralen Gremien der Region sowie der Kirche am Ort beizutragen und fördert das Unterstützungspotential in den Gemeinden.

Die Flüchtlings-Seelsorge begleitet die im Bereich Tätigen und sorgt für seelsorgliche Unterstützung im Bedarfsfall sowohl bei Flüchtlingen als auch bei den ehrenamtlich wie hauptamtlich Tätigen, sofern dieses gewünscht ist.

Sie ist in ihrem Tun ökumenisch ausgerichtet. Sie tritt für einen interreligiösen Dialog - insbesondere mit den vielen muslimischen Gruppierungen - ein. Sie ist offen auch für Andersgläubige und Nicht(mehr)Gläubige. Sie geht den Problemen nicht aus dem Weg sondern sucht mit allen nach für alle tragfähigen Lösungen.

In prophetischer Tradition will sie beitragen zum Aufbau einer interkulturellen Kommune, mit friedlich miteinander lebenden und füreinander sorgenden Menschen.

Kontakt

Thomas Guntermann

Flüchtlingsseelsorger