Zeitgemäß, mutig, freiheitlich

Am 1. September wird David Grüntjens als neuer Pfarrer in St. Dionysius Krefeld eingeführt

David Grüntjens (c) Lothar Strücken
Di 6. Aug 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 32/2019

Viel Medienaufmerksamkeit hat David Grüntjens erzeugt, als er mit 28 Jahren zum Priester geweiht wurde. Nach Stationen in Hüls als Kaplan und in Rheydt als Pfarrvikar ist der gebürtige Krefelder nun zum Pfarrer in St. Dionysius berufen. Mit einer Messe um 14.30 Uhr wird er am 1. September ins Amt eingeführt.

Mit wieviel Respekt erwarten Sie Ihre neue Aufgabe?

Den Kulturschock nach meiner Zeit in Hüls hatte ich schon. In Rheydt waren es auch drei Kirchen, und damit ist die Situation vergleichbar mit Krefeld-Mitte. Ich weiß aus dem Erlebten, welche anderen Voraussetzungen man in der Innenstadt antrifft und wie unterschiedlich die Bedürfnisse sind.

 

Wo sehen Sie für sich die wichtigsten Aufgabenfelder?

Die hängen mit meiner neuen Rolle zusammen. Ich war ja bisher immer als Kaplan oder Pfarrvikar in der zweiten Reihe. Jetzt kommt der Wechsel in die Leitung und in die Verwaltung. Das ist schon etwas, worauf ich mit Respekt schaue. Denn, das muss man ehrlich sagen, darin habe ich keine Erfahrung. 

 

Sie kochen gerne. Wenn Sie sich als Gericht beschreiben würden, welches wäre es?

Die Frage finde ich ein bisschen komisch (lacht). Wenn ich ein Gericht wäre … Dann wohl am ehesten ein Auflauf, in dem viel drin ist, bei dem man sich nicht ans Rezept halten muss, und der jedes Mal überraschend ist, Kreativität zulässt, immer lecker ist und satt macht. Aber nicht sahnig … eher mediterraner Art.

 

Welche Zutaten, glauben Sie, sind wichtig, damit Ihre Arbeit gelingen kann?

Kreativität, Mut zur Freiheit und zur Verschiedenheit; beides zuzulassen und es auch für mich selbst zu beanspruchen. Frei bleiben zu dürfen in dem, was ich denke, aber die gleiche Freiheit Mitarbeitenden und den Menschen in den Gremien sowie Gemeindemitgliedern entgegen zu bringen. Das Thema Freiheit ist mir wirklich wichtig. Und ich möchte in wirklich gutem Sinne zeitgemäß sein – nicht in alten Ideologien und Gräben hängen, die da zwischen konservativ und progressiv sind. Das sind nicht mehr die Fragen meiner Generation.

 

Welches Stück würden Sie gerne einmal in St. Dionysius auf der Orgel spielen – wenn Organist Andreas Cavelius Sie lässt?

Das haben wir schon abgesprochen, er lässt mich. Ich weiß schon, wo der Orgelschlüssel ist (lacht). Ich würde den Rahmen aber etwas weiter ziehen und sagen, dass wir drei und ganz unterschiedliche und tolle Instrumente in der Pfarrei haben – auch die Orgel in St. Josef ist wirklich ein tolles Instrument, und die in Liebfrauen bringt noch einmal einen ganz eigenen Charakter mit – ich würde sie mir gerne alle erobern. Ein direktes Stück habe ich nicht. Ich würde gerne mal eine Widor-Symphonie spielen, aber dazu reicht mein Talent nicht. Musik ist für mich auch ein Rückzugsort.

 

Wie wichtig ist die Präsenz des Seelsorgers in der Gemeinde?

Es ist meine Überzeugung und Sicht, dass ein Pfarrer in der Gemeinde wohnt und im Alltag anzutreffen ist. Ich habe die Gremien aber um Geduld gebeten, damit ich alles in Ruhe und die Menschen kennenlernen und gut hinhören kann, was unsere Themen sind. Denn natürlich habe ich die eine oder andere Idee, was Thema sein könnte, aber ich möchte mit den Menschen gemeinsam auf die Spur kommen in der Frage: Wie gehen wir die nächsten Schritte in die Zukunft?

 

Das Gespräch führte Dorothée Schenk.