Portiuncula - ein Fest der Versöhnung

besonders gestaltete Gottesdienste in der KatecheseKirche St.Stephan

Datum:
Termin: Dienstag, 02.08.22 - 19:00
Ort:
KatecheseKirche St. Stephan
Stephansplatz 1
47799 Krefeld

Heilige Jungfrau Maria von den Engeln zu Portiunkula

Franziskus hatte in Portiunkula so viel von der Barmherzigkeit Gottes erfahren, aber auch so viel brüderliche Liebe erlebt, ebenso viel Wohlwollen und Fürsorge von Seiten seiner Landsleute, dass er diesen Schatz der Liebe und Barmherzigkeit nicht für sich behalten wollte, sondern davon weitergeben und andere daran teilhaben lassen.

Im Jahr 1216, also vor etwa 800 Jahren, stellte er bei Papst Honorius III., der im nahen Perugia weilte – den Antrag, einen vollkommenen Ablass genau für dieses kleine Kirchlein zu erhalten. Franziskus erbat nichts weniger als die „Vergebung von Assisi“, eine „göttliche Generalamnestie“, die hier in Portiunkula erfahrbar und allen Pilgern zuteilwerden sollte.

Damit wünschte sich Franziskus etwas für seine kleine Kapelle, was damals nur für Teilnehmer an einem Kreuzzug oder an den bedeutenden Pilgerorten wie Rom oder Jerusalem möglich war. Was Franziskus erbat, war ungeheuerlich, ja geradezu revolutionärer. Und das Überraschende geschah: Papst Honorius gewährte Franziskus die Bitte, von der es heißt, dass er sie „ebenso demütig wie auch hartnäckig“ vorgetragen habe.  Manche werden denken: Was soll’s? Ablass hört sich für viele heute gestrig an, angestaubt, veraltet. Zumal wir auch wissen, was für Missbräuche im Mittelalter mit dem Ablasswesen einhergingen. Stichwort „Ablasshandel“, was dann auch für Martin Luther ein erheblicher und zwar berechtigter Kritikpunkt war und unter anderem zur Reformation geführt hat. Papst Franziskus ging es vor drei Jahren allerdings um etwas anderes. Seine Reise nach Assisi, sein Besuch in Santa Maria degli Angeli, ist zu sehen im Zusammenhang mit dem „Jahr der Barmherzigkeit“, das er ausgerufen hatte. Der Papst will sagen und deutlich machen: Bei Gott gibt es immer einen Weg zurück. Bei ihm steht die Tür immer offen. Es gibt keine Sünde, die Gott nicht vergeben könnte. Die barmherzige Liebe Gottes hat in Jesus Christus Hand und Fuß bekommen. Jesus hat mit seinem Leben gezeigt, was Liebe ist. Er, Christus, hat uns geliebt und sich für uns hingegeben. Gottes Liebe aber ist grenzenlos und unerschöpflich. Sie ist weiterhin greifbar und erfahrbar in Geschichte und Gegenwart!                                        

(P. Pius Kirchgessner)