Licht-Träger sein

Weihnachtsgruß von Regionalvikar Jan Nienkerke

friedenslicht_aus_betlehem_weitergabe_3_by_peter_weidemann_pfarrbriefservice (c) Peter Weidemann Pfarrbriefservice
Datum:
Mi. 21. Dez. 2022
Von:
Jan Nienkerke

Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.“ Johannes 1,9

Liebe Mitchristen,

ich weiß nicht, ob Ihnen schon einmal aufgefallen ist, wie durchgängig in den Lesungen der Weihnachtstage das LICHT das alles beherrschende Thema und der rote Faden ist. Wie ein großer Bogen spannt sich die Lichtthematik vom alttestamentlichen Propheten Jesaja („Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht“ - Jes 9,1) über die Berichte der Geburt Jesu („der Glanz des Herrn umstrahlte sie“ - Lk 2,9) bis hinein in das ansonsten eher nüchterne Weihnachtsevangelium des Johannes (siehe oben). All diesen biblischen Zeugnissen ist gemeinsam, daß das Einbrechen Gottes in unsere Welt mit einem hellen, strahlenden Licht in Verbindung gebracht wird - und das liegt sicher nicht zuerst und ausschließlich daran, daß wir uns in der dunklen Jahreszeit nach jedem noch so kleinen Lichtstrahl sehnen.

Es ist vielmehr ein schönes Bild, eine schöne Umschreibung für das, was eigentlich an Weihnachten geschieht und wofür uns die Worte fehlen: Gott selbst wird Mensch, Gottes Licht fällt in unsere dunkle Welt und erhellt die Welt um uns herum und uns selbst. Und dieses göttliche Licht strahlt uns an und erleuchtet uns, macht dadurch uns zu „Licht-Trägern“, die selbst zu leuchten beginnen sollen für Jesus Christus und seine erhellende Botschaft, indem wir sie weitersagen und weiterschenken und so auch das Leben anderer Menschen hell machen.

Ihr seid das Licht der Welt“ sagt Jesus zu seinen Jüngern (Mt 5,14), und damit fordert er uns dazu auf, sein Zeugnis und seine Botschaft heute weiterzutragen – hin zu den Menschen, die hier bei uns noch „im Land der Finsternis wohnen“ (Jes 9,1b). Können wir bei ehrlicher Gewissenserforschung von uns sagen, daß wir im zu Ende gehenden Jahr 2022, das für viele Menschen Dunkelheiten und Finsternis mit sich gebracht hat, wenigstens für einen Menschen zu einem solchen „Licht-Träger“ geworden sind und sein Leben ein Stück heller gemacht haben? Haben wir in Wort oder Tat wenigstens einem Menschen einen kleinen „Lichtblick“ auf seinem Lebensweg ermöglicht?

Liebe Mitchristen, zu Weihnachten 2022 wünsche ich Ihnen und Ihren Familienangehörigen nicht nur, daß Sie sich von diesem weihnachtlichen Licht Jesu Christi selbst immer wieder neu beschenken lassen können, sondern auch die Freude und Kraft dazu, dieses Licht Jesu selbst weiterzuschenken - an alle, die in Ihrem Umfeld noch im Dunkeln leben.

Ihr,

Jan Nienkerke

Pfarrer in St. Cornelius und Peter, Dülken

Regionalvikar in der Region Kempen-Viersen