Informationen aus der Bistumsregion Düren

Newsletter des Regionalteams Düren

in Kooperation mit dem Büro der Regionen Düren und Eifel


 

Liebe Leserin, lieber Leser,

bedingt durch die Corona-Pandemie leben wir noch immer in einer ungewöhnlichen Zeit. Nur ganz langsam kehren wir in eine veränderte Normalität zurück. Dass bald wieder öffentliche Gottesdienste stattfinden können, ist dafür ein deutliches Zeichen. Gleichzeitig bleiben besondere Herausforderungen durch die Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise bestehen. Darauf reagiert das Projekt "Jetzt Mut machen!" des Bistums Aachen. Es bietet einen Erste-Hilfe-Koffer für Gespräche in der Corona-Krise.

Bei allen Schritten hin zur veränderten Normalität bleibt es ein zentrales Anliegen, die Menschen und ihre Gesundheit zu schützen. In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund und passen Sie auf sich und andere auf! Und: Bleiben wir im Gebet miteinander verbunden!

Bistum Aachen feiert Gottesdienste ab 1. Mai wieder öffentlich

(Erz-) Bistümer übergreifend erarbeitete Maßgaben zu Gesundheits- und Infektionsschutz bilden Rahmen des liturgischen Lebens

Aachen, (iba) –  Zum Schutz vor Ansteckung und zur Eindämmung des Virus haben in der Corona-Krise Land und Kirche schmerzliche Eingriffe in das gesellschaftliche und kirchliche Leben erlebt. „Wir haben die Einstellung von öffentlichen Gottesdiensten als Kirche mitgetragen, weil wir uns unserer Verantwortung bewusst sind. Auch wenn es uns Christen sehr geschmerzt hat, dass wir uns nicht versammeln konnten, besonders in der Kar- und Osterwoche“, sagt der Aachener Bischof Dr. Helmut Dieser. Um so mehr freut er sich über die Entscheidung der Landesregierung, dass ab dem 1. Mai wieder die gemeinsame Feier öffentlicher Gottesdienste möglich ist: „Ganz ausdrücklich möchte ich mich bei der NRW-Landesregierung und Ministerpräsident Armin Laschet für die guten Gespräche und den konstruktiven Austausch bedanken.“

„Jetzt Mut machen!“: Erste-Hilfe-Koffer für Gespräche in der Corona-Krise

Mutmachen

Neues Projekt des Bistums Aachen: Zuhören und das Gegenüber mit seinen Sorgen und Nöten ernst nehmen.

Aachen, (iba) – Das Leben in Deutschland hat sich verändert. Seit mehr als fünf Wochen ist soziale Distanz das Gebot der Stunde, um eine Verbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Die meisten Menschen arbeiten mobil von Zuhause aus – wenn denn überhaupt noch genug Arbeit da ist. Existenzängste machen sich breit: Wie geht es weiter? Was kommt nach der Krise? Und wann endet der notwendige Ausnahmezustand überhaupt? Wie umgehen mit dieser Situation? Diese Fragen stellen sich viele Menschen. Solche Sorgen und Nöte begegnen auch vielen im privaten Umfeld und in persönlichen Gesprächen. „Jetzt Mut machen!“, eine Initiative von pastoralen und pädagogischen Mitarbeitern des Bistum Aachen setzt genau hier an.

Solidaritätskollekte am 9./10. Mai

Solikollekte 2020

Am 9. und 10. Mai wird in den dann wieder möglichen Gottesdiensten im Bistum Aachen die Solidaritätskollekte gehalten. Durch die Solidaritätskollekte und den damit verbundenen Solidaritätsfonds fördert das Bistum Aachen zahlreiche Initiativen und Projekte, die Orte pastoralen Handelns mit Menschen in Situationen der Arbeitslosigkeit sind. Durch die Beschränkungen in den letzten Wochen ist die Arbeit der Arbeitsloseninitiativen in Bedrängnis geraten, denn viele Kosten laufen weiter. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass durch die wirtschaftlichen Erschütterungen infolge der Corona-Krise die Arbeitslosigkeit zunehmen und damit die Notwendigkeit von Arbeitslosenarbeit wachsen wird. Gerade in dieser Situation ist die Solidaritätskollekte von großer Bedeutung.

Außer in den Gottesdiensten sind Spenden möglich auf das Konto "Solidarität für Arbeit" (IBAN: DE54 3706 0193 0000 1050 74). Als Verwendungszweck bitte Name und Anschrift eintragen, damit Spendenquittungen ausgestellt werden können.

Flüchtlingsseelsorge in Corona-Zeiten

Corona verändert im Moment alles. Auch die Arbeit von Diakon Martin Schlicht in der Flüchtlingsseelsorge. Seine Arbeit lebt davon, miteinander zu kommunizieren, manchmal auch mit Händen und Füßen, davon, dem anderen mit Blicken zu zeigen, dass man versteht … zuhört … und einfach nur da ist. „Im Moment ist nur eine telefonische Beratung möglich“, sagt Schlicht. „Und das ist schwierig, weil ja alle verschiedene Sprachen sprechen. Da fehlt der Google-Übersetzer, den man im persönlichen Gespräch zur Hilfe nehmen kann.“ Ab und zu schreibt er mit seinen Klienten über Whatsapp, da kann dann schon mal ein Emoji die Stimmungslage beschreiben. Treffen finden zurzeit natürlich nicht statt. Damit fehlt auch für viele Migranten das gemeinsame Beten, die Möglichkeit, die eigenen Sorgen in Worte zu fassen, egal in welcher Sprache, und egal, welcher Religion man angehört.

Seit 2015 ist Martin Schlicht vom Bistum Aachen in der Flüchtlingsseelsorge eingesetzt. „Im Vorfeld gab es ein Treffen mit dem damaligen Regionaldekan Erik Pühringer und Thomas Tönneßen vom Büro der Regionen“, blickt Schlicht zurück. Zunächst habe ihn seine Arbeit in die Unterkünfte geführt. Aber die besucht er als externer Seelsorger schon seit langem nicht mehr, denn dafür sind die Pfarrer vor Ort zuständig. Aber Trauerbegleitung und Katechesenvorbereitung gehören nach wie vor zu Schlichts Aufgaben.

„Schwerpunkt meiner Arbeit ist die seelsorgerische Begleitung in schwierigen Situationen“, erklärt der Diakon. „Dazu gehört auch die intensive Begleitung junger Männer. Frauen finden eher einen Zugang zur Traumabewältigung.“ Ein Teil dieser Begleitung ist ein mehrsprachiger Gebetsritus, in dem jeder sein Gebet in seiner Sprache formulieren kann. „Das hat auch etwas Verbindendes, und dabei spielt die Religionszugehörigkeit der Einzelnen keine Rolle“, sagt Schlicht. Und er ergänzt: „Diese Treffen sind generell für alle Menschen offen.“ Auch 'Einheimische' seien willkommen, kämen aber so gut wie nie. Ab und zu gebe es auch Kirchenasyl, so der Seelsorger, in Kooperationen mit dem einen oder anderen Priester vor Ort.

Im Moment verändert Corona alles. „Es gibt auch Menschen, die von der Corona-Krise profitieren“, erläutert der Diakon. „Und zwar Asylsuchende, die eigentlich zurück nach Italien geschickt werden sollten.“ Die sind jetzt schon zwölf Monate hier, nach sechs weiteren Monaten dürfen sie nicht mehr zurückgeschickt werden, und dann findet ihr Verfahren hier statt. In regelmäßigen Abständen trifft sich Schlicht mit Experten von Caritas, Diakonie, SkF und den Maltesern, um die aktuelle Situation in der Region Düren zu erörtern. Seine Aufgabe benennt er folgendermaßen: „Mit den Flüchtlingen zusammen eine neue Lebensperspektive erörtern.“ Dabei erwartet er auch eine deutliche Unterstützung seiner Kirche. Deshalb schließt Martin Schlicht mit großem Bedauern: „Leider will das Bistum meine Stelle nicht verlängern.“

Ralf Linnartz ganz persönlich

Foto-Ralf-Linnartz

Name: Ralf Linnartz

Beruf: Priester

Alter: 56

Familienstand: ledig

Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind?
Archäologe.

Was ist das Besondere an Ihrem Beruf/Ihrer Arbeit?

In der Arbeitswelt für Kirche zu stehen und in der Kirche für die Menschen in und ohne Erwerbsarbeit.

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?

Neben der Bibel „Ich und Du” von Martin Buber.

Welcher Film hat Sie zuletzt zum Lachen oder zum Weinen gebracht?

Zuletzt im Fernsehen: „Glaubensfrage“.

An welchem Ort können Sie die Seele baumeln lassen?

Im Boot beim Angeln, in den Orchideenwiesen bei Thuir und Berg (Nideggen).

Welche Persönlichkeit hat Sie am meisten beeindruckt/beeinflusst?

Bischof Klaus Hemmerle und Joseph Cardijn (Gründer der CAJ).

Wo begegnen Sie Gott im Alltag?

In gelingenden Begegnungen (eben zwischen Ich und Du!),

in gelebter Solidarität und Taten der Liebe,

im leidenden Christus in den Armen, den Geschundenen, den Leidenden und Kranken.

Foto-Ralf-Linnartz