Informationen aus der Bistumsregion Düren

Newsletter des Regionalteams Düren

in Kooperation mit dem Büro der Regionen Düren und Eifel


 

Liebe Leserin, lieber Leser,

in der Mischung unseres Newsletters steckt auch eine Einladung für den Dezember. Denn so, wie wir eine Mischung aus Rückblick und Ausblick bieten, so ist der Dezember ein guter Monat für den persönlichen (Jahres-)Rückblick und (Jahres-)Ausblick. Und vielleicht eröffnen unsere Berichte zur Suppenkirche und zur Kirche im Wandel beispielhaft Blickwinkel für Sie persönlich oder für Ihren Blick auf das Christ- und Kirche-Sein in unserer Welt. Eine gesegnete Adventszeit!

Martina Schütz-Berg ganz persönlich

Martina Schütz-Berg

Name: Martina Schütz-Berg

Beruf: Diplom-Pädagogin

Alter: unwichtig

Familienstand: verheiratet

Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind?

Mein Traum war es immer, Konzertsängerin zu werden und auf den großen Bühnen dieser Welt zu stehen. Ich habe zwar neben meinem jetzigen Beruf auch Gesang studiert und als Kind schon in vielen Städten dieser Welt auch solo singen dürfen, aber bei den späteren Ausflügen in diesen Beruf habe ich festgestellt, dass es mir nicht liegt, mich nur mit Ellbogen und heftiger Selbstdarstellung über Wasser zu halten, um erfolgreich zu werden. Schade! Aber da mein Mann Kantor ist, schaffe ich hin und wieder doch einen kleinen gesanglichen Ausflug in diese Gefilde.

Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit?

Genau diese Selbstdarstellung - siehe oben - nicht täglich tun zu müssen, sondern zu schauen, was die Menschen, besonders die Kinder und Jugendlichen in meinem Haus und in der Innenstadt, benötigen, um dann ganz bewusst für sie und für ihr Leben tätig zu werden und Netzwerke zu knüpfen. Und dann diese Nöte und diese Lebenssituationen bekannt zu machen, dafür zu kämpfen und sich einzusetzen, dass diese Zielgruppe, die finanziell nicht so gut Gestellten, die Alleinerziehenden, die Einsamen und die Benachteiligten, beteiligt werden und in unserer kleinen Welt ein paar Lichtblicke finden.

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?

Unbedingt die Bibel, den Koran und den Talmud. Damit wir in unserer multikulturellen Gesellschaft wissen, worüber wir sprechen, unsere Gemeinsamkeiten entdecken, uns verstehen und uns darüber austauschen können.

Welcher Film hat Sie zuletzt zum Lachen oder zum Weinen gebracht?

Immer der Film „Forrest Gump“ oder „Der englische Patient“. Filme über Menschen, die Ziele haben, aber nicht aufgeben, oder Träume haben und diese umsetzen trotz Hindernissen, gepaart mit tollen Landschaftsaufnahmen.

An welchem Ort können Sie die Seele baumeln lassen?

In der Annakirche, wenn sie leer ist, die Kerzen flackern und das Licht auf die Kirchenwand fällt. Dann spürt man diese besondere Atmosphäre und die vielen Gebete, die hier schon gesprochen worden sind, die vielen Hoffnungen und Wünsche, die Menschen, die damit verbunden sind. Hier ist meine Seelenheimat, hier finde ich Ruhe.

Welche Persönlichkeit hat Sie am meisten beeinflusst/beeindruckt?

Pastor Bernhard Gombert! Er war mein erster Chef hier in St. Anna, kurz nach dem Studium. Als Jugendliche hat er mich in der Taizé-Gruppe, bei der Vorbereitung der Jugendmessen und im Ferienprogramm für die Jugendarbeit begeistert. Es hat mich sehr beeindruckt, wie er seinem Beruf nachgegangen ist, was er uns dazu erzählt hat, was er uns mit auf den Weg gegeben hat und was er uns vorgelebt hat. Die Dienstgespräche mit ihm waren mir immer sehr wichtig. Seine Statements von der Kanzel, manchmal auch gegen politische Entscheidungen, waren mutig und einnehmend. Er war und ist mir ein großes Vorbild. Sein kleines, einfaches Lebensmotto „Wir sind alle Kinder Gottes!“ ist mir bis heute ein Leitsatz.

Wo begegnen Sie Gott im Alltag?

Nicht weit weg. Manchmal am Morgen beim Joggen in der Natur. Oft in meinem Alltag, ganz unvermutet, in den Gesprächen mit den Kindern und Jugendlichen, in deren Augen, oder mit meinen ehrenamtlichen, selbstlosen Helfern im Papst-Johannes Haus. Manchmal auch ganz plötzlich in einer Äußerung oder einer kindlichen Frage, warum wir diese Arbeit hier machen oder was uns dabei antreibt.

Martina Schütz-Berg leitet das Papst-Johannes-Haus der Pfarre St. Lukas in der Innenstadt von Düren. Die Antworten notierte Ursula Weyermann.

Martina Schütz-Berg

Eine warme Suppe und ein offenes Ohr für Menschen am Limit

Suppe in der Annakirche

Im Monat November hat der Katholikenrat der Region Düren die Aufmerksamkeit auf das Thema „Obdachlosigkeit“ gelenkt. Neben der Foto-Ausstellung „Auf Augenhöhe“ in der Annakirche gab es dort auch eine „Suppenkirche“. Der Katholikenrat hatte Menschen, die auf der Straße oder in Armut leben, und alle Menschen, die sich für die Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen interessieren, zu einer warmen Erbsensuppe eingeladen. Kooperationspartner des Katholikenrates waren die Obdachlosenhilfe „In Via“ und die Pfarre St. Lukas. Irene Mörsch vom Katholikenrat, In Via-Geschäftsführer York Sommereisen und Hans-Otto von Danwitz als Hausherr der Annakirche waren vor Ort, um Menschen in Wohnungsnot nicht nur eine warme Suppe, sondern auch ein offenes Ohr zu schenken. Alles natürlich auf Augenhöhe.

Suppe in der Annakirche

Diskussion über den Bericht des Regionalteams

Diskussion Bericht Regionalteam

Der "Heute-bei-Dir-Prozess" hat einiges in Bewegung gebracht - auch in der Region Düren. Seit gut einem Jahr ist hier das Regionalteam im Einsatz. Pfarrer Norbert Glasmacher, Pastoralreferentin Maria Buttermann und Ehrenamtlerin Gudrun Zentis verstehen nicht nur Leitung als gemeinsame Aufgabe, sondern möchten auch zu einem regen und respektvollen Austausch der GdGs unter- und miteinander beitragen. Kürzlich hat das Team den Bericht, den es zum Ende der Analysephase des Heute-bei-Dir-Prozesses verfasst hat, in Birkesdorf vorgestellt.

Eingangs bedauert Maria Buttermann, noch nicht alle GdGs besucht zu haben. Natürlich stünden bald noch weitere Besuche in den Pfarren der Region auf dem Plan. Ein immer wieder auftauchender Punkt sei die Frage, wie weit die Kirche vor Ort bleiben kann. "In unserer Region haben sich Aufgaben verlagert", sagt Buttermann und nennt die Ehevorbereitungskurse und die Trauerbegleitung als Beispiel. "Eine Spezialisierung birgt aber auch die Gefahr, nicht mehr zu wissen, was andere in anderen Bereichen tun." Ein anderer Teilnehmer bringt es so auf den Punkt: "Heute haben wir 1000 Fachabteilungen, aber der Tiefgang fehlt." Mehr Transparenz und mehr Vernetzung sind dringend notwendig. Vieles hat sich auch in den dörflichen Strukturen geändert. Ein Beispiel hierfür ist die Caritas. "Wo früher die Gemeindeschwester war, sind heute Pflegestationen", so Maria Buttermann. Zieht sich Kirche immer mehr zurück? Warum ist es heute sinnvoll, Christ zu sein? Fragen, die in der Runde nach Antworten suchen. "Christ sein ist heute keine gesellschaftliche Verpflichtung mehr wie früher", stellt Peter Kuhl fest. "Man fällt eher auf, wenn man dabei ist."

Und dann sei da die Gefahr, beim "immer die Jugend im Blick haben" die ältere Generation zu vergessen. "Die Generation zwischen 50 und 70 bricht weg", bedauert Monika Ollig. Diese Menschen hätten das Gefühl, dass ihre Kompetenz nicht mehr ernst genommen würde. "Haben wir die Bereitschaft, etwas zu ändern, oder möchten wir den Status quo halten?", will Nicoline van den Bos-Nicolai wissen. Und welche Erwartungshaltung haben die Gläubigen eigentlich? "Früher wurde man bedient", so Gudrun Zentis, und heute müsse man sich selbst etwas erarbeiten.

Und wie sieht es nun aus mit der Jugend? "Die gehen nicht mehr in die Kirche", sagt Jugendseelsorger Eric Mehenga. "Die brauchen keinen Rosenkranz mehr. Die beten anders." Was kann man den Jugendlichen mitgeben, was nicht wie Vereinsmeierei à la Karnevalsverein ankommt? "Zeugnis geben", rät Pfarrer Norbert Glasmacher. "Ohne Zwang. Ich mache das, weil ich glaube." Dazu solle man ruhig mal alte Strukturen aufbrechen. Denn: "Alte Strukturen aufrechterhalten bindet Kräfte", weiß Maria Buttermann.

Viele Fragen und Ideen können an diesem Abend natürlich nicht mehr beantwortet werden, dazu fehlt einfach die Zeit. Aber die respektvolle Auseinandersetzung hat begonnen und soll auch weiter gehen. "Für uns beginnt ein neues Arbeitsjahr. Was können wir ändern? Wir sind Ihr Team und wollen nicht unsere Suppe kochen", ermutigt Gudrun Zentis. Und fest steht schon an diesem Abend, dass es weitere Termine geben wird für inhaltliche Diskussionen und Glaubensthemen.

Diskussion Bericht Regionalteam

Historische Ausstellung in Nideggen-Schmidt

Eine bemerkenswerte Ausstellung über sowjetische Zwangsarbeiter in der Eifel ist bis Ende Dezember in der St.-Hubertus-Kirche in Nideggen-Schmidt zu sehen. In jahrelanger Recherchearbeit haben Konrad und Benedikt Schöller Informationen über rund 2000 sowjetische Kriegsgefangene, die auf der sowjetischen Kriegsgräberstätte in Rurberg begraben liegen, zusammengetragen. Für die Ausstellung wurden rund 200 Personalkarten, zu denen ein Foto vorliegt, ausgewählt; 30 Bilder sind im Großformat zu sehen. Auf diese Weise macht die Ausstellung die Einzelschicksale hinter der Zwangsarbeit in der Nordeifel sichtbar.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Dezember 2019 täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Hubertus in Nideggen-Schmidt zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Adventsverkauf in Jülich

Am 14. und 15. Dezember 2019, jeweils von 14 bis 18 Uhr, findet im Café Gemeinsam in Jülich (Stiftsherrenstraße 9) ein Adventsverkauf statt. Bei Kaffee, Tee und Plätzchen können Sie Selbstgemachtes und schöne Sachen kaufen und das Café Gemeinsam einmal an einem Wochenende kennenlernen. Das Café Gemeinsam wird getragen von IN VIA Düren-Jülich e.V., einem katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit.

Fahrt nach Taizé 2020

Die Jugendseelsorge der Region Düren bietet in den Osterferien 2020 eine Fahrt nach Taizé an. Jugendliche zwischen 16 und 29 Jahren sind eingeladen, in der Zeit vom 13. bis zum 19. April 2020 die Gemeinschaft von Taizé und viele andere Jugendliche kennenzulernen. Ansprechpartner für weitere Informationen und Fragen zur Fahrt ist Jugendseelsorger Eric Mehenga (0176-64693302; eric.mehenga@bistum-aachen.de).

Fotokalender für das Jahr 2020

Ein besonderer Fotokalender lädt für das Jahr 2020 zu einer fotografischen Reise durch das Bistum Aachen ein. Der Kalender zeigt 24 Bilder, die Menschen aus dem Bistum Aachen aufgenommen haben. Dem Motto der Heiligtumsfahrt 2021 "Entdecke mich" folgend laden diese Bilder dazu ein, das Bistum Aachen zu entdecken. Entdecken Sie, welche Bilder aus der Region Düren stammen!

Der Kalender ist im Einhard-Shop am Aachener Dom erhältlich.