Informationen aus der Bistumsregion Düren

Newsletter des Regionalteams Düren

in Kooperation mit dem Büro der Regionen Düren und Eifel


 

Liebe Leserin, lieber Leser,

rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind am 12. Oktober zum Besinnungstag ins Franziskanerkloster in Vossenack gekommen, um in Stille, im Gespräch mit anderen und mit Gott den Glauben zu vertiefen. Da die Resonanz sehr positiv war, denkt das Regionalteam, das zu diesem Tag eingeladen hatte, schon über den nächsten Besinnungstag nach - wir werden Sie informieren. Was es sonst noch gab und jetzt schon gibt, lesen Sie in diesem Newsletter!

Jutta Busch ganz persönlich

Jutta Busch

Name: Jutta Busch

Beruf: Gemeindereferentin

Alter: 50

Familienstand: verheiratet, zwei erwachsene Söhne

Welchen Traumberuf hatten Sie als Kind?

Lehrerin, Innenarchitektin

Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit? 

Ich mag, dass sie zutiefst sinnvoll ist. Ich erfahre fast täglich, dass den Menschen, die ich treffe, ein gutes Wort aus dem Glauben gut tut und die  biblischen Texte mit den Glaubenserfahrungen anderer Menschen und Jesu Beispiel eine echte Lebenshilfe bleiben. Das erlebe ich für mich so, das kann ich überzeugt weitergeben. An meiner neuen Arbeit gefällt mir der achtsame und wertschätzende Umgang miteinander.

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?

Ich bin Viel-Leserin, die Entscheidung fällt schwer. Darf’s was mehr sein? Es sind alles sehr unterschiedliche Bücher, Bücher, die ich immer empfehlen und nicht weggeben würde: "Herzhören" von Jan-Philipp Sendker, "Mirjam" von Luise Rinser, "Die Bibel", insbesondere das Neue Testament, da es für uns heute besser und schneller verständlich ist ...

Welcher Film hat Sie zuletzt zum Lachen oder zum Weinen gebracht?

"Der wunderbare Garten der Bella Brown". Eine tiefsinnige Liebes- und Lebenskomödie voller Lebensklugkeit, schöner Bilder, wunderbarer Musik und ganz verschiedener Charaktere, die mir allesamt bekannt vorkamen. Und einfach schön.

An welchem Ort können Sie die Seele baumeln lassen?

Immer am Meer und beim Anblick eines weiten Himmels, insbesondere des Abendhimmels durch unser Dachfenster.

Welche Persönlichkeit hat Sie am meisten beeinflusst/beeindruckt?

Diese haben - je nach Lebensphase - schon einmal gewechselt, aber wenn ich es recht bedenke, sind es naturgemäß Frauen, die mich durch ihr Wesen und ihre Worte beeindruckt haben. Es sind vor allem deren Wesenseigenschaften, die mir nach dem Motto „So will ich auch mal werden“ Vorbild sind und die sie trotz allem, was sie an Leben hinter sich haben, bewahrt haben: Es sind Menschen, die gütig, weise, humorvoll, positiv, unkonventionell, interessiert und wertschätzend im Umgang mit anderen agieren oder agiert haben. Dazu gehören: Meine Eltern, meine Oma, ein Professor meiner Studienzeit, Freundinnen, große Kirchenfrauen wie Mutter Teresa, Edith Stein und Hildegard von Bingen. Und besonders die Mystikerinnen …

Wo begegnen Sie Gott im Alltag?

"Alles wirkliche Leben ist Begegnung" - für mich spürbar, wenn ich mit mir und  ganz bei anderen Menschen bin. Aber auch immer in der Stille, beim Laufen, beim Singen, in der Eucharistie … Und ganz oft, wenn ich den Wind, das Wasser, die Erde und die Sonne spüre.

Jutta Busch ist seit dem 1. Juli 2019 Seelsorgerin für blinde und sehbehinderte Menschen in der Region Düren und im Bistum Aachen. Die Antworten notierte Ursula Weyermann.

Jutta Busch

Mahnen - Erinnern - Wachbleiben

Seit mehr als 30 Jahren werden auf Initiative von pax christi in Düren am 9. November zehn Stelen besucht. Die Stelen, die von dem Künstler Ulrich Rückriem gefertigt wurden, stehen an historischen Unrechtsorten des Nationalsozialismus und verbinden so die Vergangenheit mit der Gegenwart.

Am Samstag, 9. November 2019, werden um 19 Uhr an den verschiedenen Stelen Mahnstunden unter dem Motto "Erinnern - Wachbleiben" abgehalten. Die Mahnstunden werden von Schulen, Einzelpersonen, Kirchengemeinden, Initiativen und Bürgerbündnissen vorbereitet und gestaltet.

"Auf Augenhöhe" - Ausstellung in der St.-Anna-Kirche

Es sind die Augen, die einen nicht loslassen. Augen, die Geschichten erzählen. Augen, die einladen zum Hinsehen und zum Nachdenken. Auf Augenhöhe.

Eine Fotoserie von Hubert Perschke zeigt Porträts von Menschen, die auf der Straße leben. Diese Bilder sind ab dem 10. November 2019 in der Dürener St.-Anna-Kirche zu sehen. Die Ausstellung wird gemeinsam organisiert von der Pfarre St. Lukas, dem Katholikenrat der Region Düren und dem Verband IN VIA, der auch in der Wohnungslosenhilfe aktiv ist.

“Auf Augenhöhe” heißt die Ausstellung, und das ist für den Fotografen und Diplom-Sozialarbeiter auch ein ungeschriebenes Gesetz im Umgang mit den Menschen, die er fotografiert. “Die Zeiten haben sich geändert, und auch die Obdachlosigkeit hat sich geändert”, sagt Perschke, der bereits Ende der 1960er Jahre im Ruhrgebiet begonnen hat, obdachlose Menschen mit seiner Kamera zu porträtieren. Strukturelle Armut und Suchtabhängigkeit haben das Bild auf der Straße verändert. Und der Mensch hat einen andere Geschichte zu erzählen, so er denn will. “Es gibt den stolzen Berber, der die Freiheit auf der Platte liebt und sich gerne für eine kleines Honorar fotografieren lässt”, erzählt Hubert Perschke. Aber immer häufiger habe er auch psychisch kranke und drogenabhängige Menschen getroffen. “Einer ist aus der Selbständigkeit heraus auf der Straße gelandet und jetzt irgendwie erleichtert, keine Verpflichtungen mehr zu haben”, so der Sozialarbeiter. “Und ein anderer war so stark verdreckt, dass er die Krätze bekommen hat, war alkoholabhängig, aber froh, vom Heroin los gekommen zu sein.”

Manche scheuten auch deswegen den Kontakt mit obdachlosen Menschen, weil sie Angst hätten, selbst einmal in die Situation zu kommen, sagt Perschke. Und Irene Mörsch, Vorsitzende des Dürener Katholikenrates hat festgestellt, dass in Düren immer mehr nichtsesshafte Menschen auf den Straßen zu finden seien: “Das Alkoholverbot in der Innenstadt verdrängt sie dann in Außenbezirke, wo sie nicht mehr wahrgenommen werden.”

Dass die Ausstellung im November gezeigt werde, sei kein Zufall, so Peter Plum vom Büro der Regionen Düren und Eifel des Bistums Aachen: “Da feiern die Katholiken den heiligen Martin und die heilige Elisabeth. Sie sind Heilige des Teilens.“ Geteilt werden soll auch in der Suppenkirche, die am 21. November in der Annakirche stattfindet. Hier gibt es für jede und jeden eine warme Suppe und die Möglichkeit, mit anderen ins Gespräch zu kommen – auf Augenhöhe.

Regionalteam stellt Bericht vor

Zum Ende der Analysephase des Heute-bei-dir-Prozesses haben die Regionalteams Berichte über ihre jeweilige Wahrnehmung der kirchlichen Situation in den Regionen erstellt. Diese Berichte sind eine Grundlage für die Beratungen in den diözesanen Räten.

Das Regionalteam Düren möchte mit ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mit allen Interessierten über den Bericht ins Gespräch kommen. Am Mittwoch, 20. November 2019, findet dazu ein Gesprächs- und Austauschabend statt. Der Abend beginnt um 18.30 Uhr in der Kirche St. Peter in Birkesdorf. Im Anschluss gibt es einen kleinen Imbiss, dann folgt der Austausch.

Interessierte melden sich bitte bis zum 8. November 2019 per E-Mail an bistumsregion-dueren-eifel@bistum-aachen.de an.

Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche

Im kommenden Jahr startet im Katholischen Forum Düren-Eifel ein Befähigungskurs zur ehrenamtlichen Trauerbegleitung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Der Kurs wird nach den Richtlinien des Bundesverbandes Trauer e.V. durchgeführt und findet in Kooperation mit dem Verein Lebens- und Trauerhilfe e.V. Düren statt.

Dürener Klimasynode schickt Erklärung nach Rom

Klimasynode

Vom 18. bis zum 20. Oktober 2019 fand in der Dürener Marienkirche die "Klimaysnode von unten" statt. Knapp 100 Menschen waren nach Düren gekommen, um sich vor Ort über das Braunkohlerevier und den Hambacher Wald zu informieren und darüber auszutauschen, wie eine Welt gestaltet werden kann, die sozial und ökologisch Bestand hat und mit christlichen Werten einhergeht. „Dabei kamen Menschen aus so unterschiedlichen Organisationen wie pax christi, Bürger für Buir, Fridays for Future, Ende Gelände, ITP (Institut für Theologie und Politik), Diözesanrat und interessierte Menschen aus der Region zusammen und sind sehr respektvoll miteinander im Gespräch umgegangen“, sagte Irene Mörsch, die Vorsitzende des Dürener Katholikenrates, der maßgeblich an der Organisation der Veranstaltung beteiligt war.

Bei einer Prozession durch das Umsiedlungsdorf Manheim und den Hambacher Wald wurde ein konsequenter Einsatz der Kirche für den Klimaschutz und den Erhalt der Dörfer und ihrer Kirchen vermisst und angemahnt. Auch über Profitkapitalismus und Ökosozialismus diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Synode. Dr. Julia Lis vom Institut für Theologie und Politik (ITP) zog als Mitveranstalterin das Resümee: „Unsere Klimasynode war für viele Menschen eine bestärkende Erfahrung, sich weiter für umfassende gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Veränderungen einzusetzen, die allein den Klimawandel stoppen können. Sie war ein Begegnungsort von Christinnen und Christen, Engagierten aus sozialen Bewegungen und Menschen, die sich die Frage stellen, wie sie gemeinsam mit anderen konkret an solchen Veränderungen arbeiten können, lokal und global.“

Zum Abschluss der „Klimasynode von unten“ wurde eine gemeinsame Erklärung der TeilnehmerInnen verabschiedet. Diese Erklärung wurde in spanischer Übersetzung an die Amazonassynode geschickt, die bis zum 27. Oktober 2019 in Rom tagte. „Die ökologische Frage ist eng verknüpft mit der sozialen Frage, ja darüber hinaus mit der Frage, wie wir in unserem 'gemeinsamen Haus' (Laudato si') leben und wirtschaften wollen. Dies gilt für Amazonien, für das Rheinische Braunkohlerevier und die Welt als Ganzes“, heißt es in der Erklärung. „Menschen, Natur und Kultur dürfen nicht länger der Effizienz-, Verwertungs- und Wachstumslogik geopfert werden. Dieser Logik ist allerdings mit individueller Umkehr allein nicht beizukommen, wir brauchen vielmehr eine gesellschaftliche Umkehr.“

Klimasynode