Informationen aus der Bistumsregion Düren

Newsletter des Regionalteams Düren

in Kooperation mit dem Büro der Regionen Düren und Eifel


 

Liebe Leserin, lieber Leser,

vieles ist im Wandel: Die Situation der Kirche verändert sich. In der Region Düren ist vieles im Umbruch. Es ist gut, über diese Situationen ins Gespräch zu kommen, und es ist gut, Prozesse des Wandels geistlich zu begleiten. Wir laden Sie ein, die Angebote zu nutzen, die diese Veränderungen bedenken und begleiten.

Ausstellung "Kirchengebäude und ihre Zukunft" in Jülich

Banner Ausstellung Jülich

Was geschieht mit Kirchen, wenn sie kaum noch für Gottesdienste genutzt werden? Viele Pfarreien und Gemeinden müssen Strategien finden, mit denen der eigene Gebäudebestand angesichts kleiner werdender Gemeinden, veränderter Nutzungsanforderungen und hoher Kosten für Instandhaltung und Betrieb an die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen des Gemeindelebens angepasst werden kann.

Einige gelungene Beispiele zukunftsfähiger Nutzungen von Kirchengebäuden sind in der Wanderausstellung zusammengetragen worden, die auf ab dem 7. März 2020 in der Propsteikirche/Citykirche Jülich zu sehen ist. Ausgestellt werden die Ergebnisse des Wettbewerbs "Kirchengebäude und ihre Zukunft" der Wüstenrot-Stiftung. Sie machen deutlich, dass es Alternativen zur Schließung von Kirchengebäuden gibt. Unter den Einsendungen aus dem ganzen Bundesgebiet finden sich viele Beispiele dafür, wie Kirchen und Gemeindezentren als öffentliches Bekenntnis und als sichtbarer Teil kultureller Identität erhalten werden können.

Die Eröffnung der Ausstellung "Kirchengebäude und ihre Zukunft" ist am Samstag, 7. März 2020, um 12.00 Uhr in der Propsteikirche Jülich mit Impulsvorträgen von Dr. René Hartmann, Wüstenrot-Stiftung, und Architekt Bernhard Stenmans, Bistum Aachen, Fachbereich Bau- und Denkmalpflege. Anschließend sind alle Interessierten zu einem kleinen Empfang eingeladen.

Die Ausstellung ist bis zum 7. April 2020 zu sehen. Die Propsteikirche/Citykirche ist geöffnet von Montag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Für interessierte Gemeinderäte oder andere Gruppierungen ist nach Absprache auch eine kleine Führung durch die Ausstellung möglich. Anfragen dazu bitte an Pastoralreferentin Barbara Biel (b.biel@heilig-geist-juelich.de).

Kreuzwegprozession im Dürener Braunkohlerevier

Holzkreuz - Fastenhirtenbrief 2020 - Bistum Aachen - Andreas Steindl

Bischof Dr. Helmut Dieser lädt zu einer Kreuzwegprozession nach Schophoven im Dürener Braunkohlerevier ein. Der Termin für diesen besonderen Kreuzweg ist Freitag, 3. April 2020. Die Prozession beginnt um 18 Uhr in der Kirche St. Barbara und führt von dort zum Aussichtspunkt am Rand des Tagebaus Inden.

Die Stationen des Kreuzwegs werden von verschiedenen Gruppierungen, die am Konflikt um den Braunkohletagebau beteiligt sind, vorbereitet. In seinem Fastenhirtenbrief schreibt der Bischof dazu: "Wir wollen es wagen, im gemeinsamen Gebet die aufeinandertreffenden Auffassungen vor Gott zu bringen und mit seiner Hilfe nach dem Gemeinwohl zu fragen." Und er macht sein Anliegen deutlich: "Dieser Kreuzweg soll im Braunkohlerevier soll kein politisches, sondern ein geistliches Zeichen sein. Gott ist größer als unser Begreifen, und er führt uns ins Weite."

Die Prozession wird von einem Kreuz begleitet, das der Regionale Katholikenrat Düren dem Bischof im Sommer 2019 überreicht hat. Es wurde aus dem Holz eines Abbruchhauses aus einem der Dörfer im Braunkohlegebiet gezimmert.

Werkstatttag für die kirchliche Jugendarbeit

feuerspucken gruppe

Ein Tag - vier Möglichkeiten! Unter diesem Motto findet am 9. Mai 2020 ein Werkstatttag für Ehren- und Hauptamtliche in der kirchlichen Jugendarbeit statt. Die Jugendbeauftragten und Jugendseelsorger der Regionen Düren und Eifel bieten vier praxisnahe Workshops an. Das Angebot richtet sich an alle, die mindestens 15 Jahre alt und in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv sind. Neben neuen Methoden und Ideen gibt es auch die Gelegenheit zum Austausch – spätestens beim gemeinsamen Mittagessen.

Workshop 1: Essen ist immer Thema. Ein gutes Essen macht gute Laune. In diesem Workshop geht es darum, Mengen für große Gruppen richtig einzuschätzen und ein gruppentaugliches 3-Gänge-Menü zu kochen.

Workshop 2: Spirituell wird es im Spirit-Workshop. Lebendig, fröhlich und authentisch - drei Schlagwörter, die für eine junge katholische Kirche stehen.

Workshop 3: Heiß her geht's beim Workshop Feuerpädagogik. Es darf ausprobiert werden, nach dem Motto "Viel kann, nichts muss".

Workshop 4: Um den Umgang mit Cybermobbing und um Begriffe wie Sexting und Grooming dreht sich der vierte Workshop, der gleichzeitig auch als Auffrischung der Präventionsschulung gilt.

Der Werkstatttag findet am 9. Mai 2020 im Papst-Johannes-Haus (Annaplatz 10) in Düren statt. Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich.

"Jugendchecks" in der Region Düren. Teil 1: Eindrücke

Dittrich

Wie sehen junge Menschen die katholische Kirche? Und was wünschen sie sich von ihr? Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, wurden im Rahmen des synodalen Gesprächs- und Veränderungsprozesses „Heute bei Dir“ im Bistum Aachen Formate entwickelt, in denen sich Jugendliche beteiligen konnten. Ein Format war der sogenannte „Jugendcheck“, bei dem Jugendliche über rund 65 Thesen diskutierten, die die Teilprozessgruppen im ersten Prozessabschnitt „Wir müssen reden“ erstellt hatten. Stichprobenartig führten die Jugendbeauftragten im Dezember 2019 insgesamt 16 „Jugendchecks“ in Jugendeinrichtungen, Schulen, Verbänden und weiteren Orten kirchlicher Jugendarbeit im ganzen Bistum durch. Rund 200 junge Menschen im Alter von 15 bis 21 wirkten daran mit.

In der Region Düren befragten die Jugendbeauftragten Sarah Dittrich (Foto) und Elke Androsch junge Menschen an fünf Orten: der Anne-Frank-Gesamtschule, der Bischöflichen St.-Angela-Schule, im Kinder- und Jugendzentrum Lendersdorf des Kirchendgemeindeverbandes St. Elisabeth von Thüringen, im Jugendzentrum JuZeBo St. Bonifatius und im Miesheimer Weg bei der mobilen Jugendarbeit Düren Süd-Ost der Pfarre St. Lukas.

Sarah Dittrich war zunächst skeptisch und ging davon aus, dass sich Jugendliche überhaupt nicht für Kirche interessieren. Diese Annahme stellte sich jedoch als falsch heraus. Die ernsthaften Begegnungen und Gespräch mit den jungen Menschen haben sie überrascht und begeistert. In den drei offenen und mobilen Jugendfreizeiteinrichtungen befragte sie Jugendliche und junge Erwachsene aus allen Milieus, Schulformen und aus „mindestens drei Religionen“ plus „Atheisten“. Dabei stellte die Jugendbeauftragte fest, dass die vermeintlich jugendgerecht formulierten Thesen noch erklärungsbedürftig waren: „Was ist ein Seelsorger?“ Die Sprache der Kirche stieß auf Kritik.

Außer in der Jugendeinrichtung sei „die Kirche“ für die Jugendlichen weit weg, gibt Sarah Dittrich ihre Eindrücke wieder. Oft sei die Erstkommunion, manchmal auch noch die Firmung bei den katholischen Jugendlichen präsent. Daraus ergaben sich weitere Diskussionen, zum Beispiel über folgende Beobachtung: „Die Firmvorbereitung machen nur Frauen. Dann ist die Firmung mit dem Bischof, und die Frauen sind weg. Warum?“

Das zentrale Ergebnis aller Jugendchecks war: Die Kirche soll offen für alle sein. Und: Sie soll mehr Bezug zur Realität haben. Im Miesheimer Weg nannten muslimische Jugendliche als Grund für ihren Moscheebesuch die Gemeinschaftserfahrung: Alle gehen dorthin, trinken und essen danach gemeinsam und treffen sich mit Freunden. Katholische Jugendliche hörten interessiert zu und verglichen die Schilderungen mit ihren Erlebnissen rund um Gottesdienste, bei denen sie diese Gelegenheiten vermissten.

In einer Schule fragten Schüler: „Wo geht die Kirchensteuer eigentlich hin?“ Auch auf einer katholischen Schule wussten Schülerinnen nicht so genau, was Kirche eigentlich macht und warum sie auf einer katholischen Schule sind. Sie möchten aber gern informiert und auch eingeladen werden. Die Schulseelsorger sind den Schülerinnen und Schülern bekannt und werden als beliebte Ansprechpartner genannt.

Im nächsten Newsletter berichten wir über eine spontane Folge des Jugendchecks.

Dittrich

Notfallseelsorge: Da sein, wenn alles zusammenbricht

Goebel-Kück

Achim Kück ist neuer katholischer Koordinator der Notfallseelsorge in den Kreisen Düren und Heinsberg. Der Gemeindereferent übernimmt diese Aufgabe von Lars Goebel, der sich auf eigenen Wunsch von dieser Arbeit verabschiedet.

Die Notfallseelsorge ist eine ökumenische Einrichtung; sie hat in den Kreisen Düren und Heinsberg einen katholischen und einen evangelischen Koordinator. Auch auf evangelischer Seite hat vor kurzem ein Wechsel stattgefunden. Hier zeichnet jetzt Christian Heinze-Tydecks verantwortlich. Er und Kück wollen sich zukünftig das große Einsatzgebiet nach geografischen Gesichtspunkten aufteilen: „Bei 99 Prozent der Einsätze spielt es keine Rolle, ob der Notfallseelsorger vor Ort evangelisch oder katholisch ist.“

Die ökumenische Trägerschaft der Notfallseelsorge zeigte sich auch darin, dass sich im Rahmen einer kleinen Feierstunde nicht nur Pastoralreferentin Maria Buttermann und Regionalvikar Norbert Glasmacher vom Dürener Regionalteam, sondern auch der evangelische Superintendent Jens Sannig bei Lars Goebel für seine wichtige Arbeit bedankte. Goebel blickt auf eine langjährige Tätigkeit als katholischer Koordinator der Notfallseelsorge zurück – und auf rund 1.700 Ereignisse. „Alle Reaktionen sind normal. Es sind die Ereignisse, die nicht normal sind“, sagt Lars Goebel. Denn Notfallseelsorge greift dann, wenn alles andere zusammenbricht: ein schwerer Unfall, ein plötzlicher Todesfall, ein Suizid, das Überbringen einer Todesnachricht. Sein Nachfolger Achim Kück sagt: „Ich glaube, dass es einer Berufung bedarf, in diese Richtung zu gehen.“ Seine Stärke sieht er darin, „dass ich in großem Chaos ganz besonders ruhig werde und mich im Zweifelsfall auch nicht von Polizei oder Feuerwehr einschüchtern lasse“.

Notfallseelsorger wissen: „Wenn die Tür aufgeht, verändert sich für die Menschen dahinter alles.“ Als Koordinator muss Gemeindereferent Kück auch dafür Sorge tragen, dass es den einzelnen Notfallseelsorgerinnen und -seelsorgern gut geht. Ehrenamtlich Mitarbeitende werden immer gesucht. Die Ausbildung umfasst 50 Stunden. Interessierte können sich gerne an Achim Kück (achim.kueck@bistum-aachen.de) wenden.

Das Foto zeigt Lars Goebel (links) und Achim Kück.

Goebel-Kück