Ein unermüdlicher Motor für die Kirche

Norbert Stoffers‘ Tage haben zu wenig Stunden. Über Jahrzehnte im Bistum Aachen für die Kirche aktiv

Norbert Stoffers (c) pp/Agentur Profipress
Norbert Stoffers
Di 23. Jul 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 30/2019 | pp/Agentur Profipress

„Das können Sie gar nicht alles schreiben“, antwortet Norbert Stoffers auf die Frage, was er denn alles in der Kirche macht oder gemacht hat.

Für ihn haben die Tage definitiv zu wenig Stunden, die Blätter und Briefe stapeln sich auf dem Schreibtisch des Laienkatholiken aus Gemünd in der Eifel. Der Sozialarbeiter, der in der Kreisverwaltung Euskirchen bis zur Pensionierung Karriere machte, ist rührig und emsig, er organisiert und initiiert. Stoffers wird nicht müde, sich für die Kirche, das Miteinander und die Menschen einzusetzen.

 

Gregorius-Orden vom Papst

„Ja, immer noch. Und immer gerne“, bekennt er offenherzig. Für sein außergewöhnliches Engagement bekam er 2010 sogar den päpstlichen Gregorius-Orden von Bischof Heinrich Mussinghof in Aachen überreicht. Kurz nach dem Umzug in die Eifel 1966 trat Stoffers dem Gemünder Pfarrgemeinderat bei, wurde Vorsitzender im regionalen Katholikenrat, arbeitete im Vorstand des Diözesanrates der Katholiken des Bistums, man berief ihn in das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken. Vor allem der Arbeitskreis „Ehe und Familie“ hatte es ihm angetan, bei dem er sich auf Bundesebene für die ökumenische „Woche für das Leben“ stark machte – und damit für suizidgefährdete Personen sowie das ungeborene Leben.

Über Jahrzehnte wirkte er in seiner Gemeinde als Vorbeter und teilte die Kommunion aus. Heute noch organisiert er mit anderen im Team Gottesdienste an besonderen Orten, die jährlich tausende Menschen anziehen. Da ist zum Beispiel der Touristengottesdienst auf dem oberen Parkplatz in Schwammenauel am Rursee, der im Jahresverlauf an 21 Sonn- und Feiertagen stattfindet. Turnusmäßig zieht Stoffers mit Anhänger und Orgel dorthin, damit Pfarrer und Gottesdienstbesucher alles perfekt vorfinden. „Altar und Musik müssen schließlich parat stehen“, sagt er pflichtbewusst.

 

Kloster ohne Mönche erhalten

Besonders liegt Stoffers das ehemalige Zisterzienser- und Trappisten-Kloster „Mariawald“ nahe Heimbach am Herzen, das sich mittlerweile im Besitz des Bistums Aachen befindet und seit 2018 ohne Mönche dasteht. Der Förderverein, bei dem der Gemünder zweiter Vorsitzender ist, setzt sich für den Erhalt des Gemäuers ein. „Ich versuche da vor allem, religiöse Impulse zu geben“, erzählt Stoffers. Nachdem die Mönche ausgezogen waren, rief er mit Rektor Christian Blumenthal auch dort einen Gottesdienst ins Leben. Mit Erfolg: „Schon beim ersten war es brechend voll“, berichtet er. Der nächste findet am Dienstag, 20. August, ab 10 Uhr, statt, passend zum Fest des heiligen Bernhard von Clairvaux, dem Ordensvater der Zisterzienser.

Kraft für all diese Aufgaben schöpfe er aus einem gefestigten Glauben. Norbert Stoffers ist in einem katholisch geprägten Elternhaus aufgewachsen und war dort schon als Kind in der großen Pfarrei integriert – mit Jugendgruppen, Jungschar und Kinderkirchenchor. Für ihn ist klar: „Ich habe das sozusagen schon mit der Muttermilch aufgesogen.“ Unzählige Wallfahrten, Senioren-Touren, Fahrten für den Verein für christliche Kunst im Erzbistum Köln und Bistum Aachen hat er seitdem organisiert.

 

Mehr für die Alten machen

Jetzt feierte der in Düsseldorf-Gerresheim geborene Stoffers seinen 80. Geburtstag. Rasten tut er aber noch lange nicht, sondern bleibt lieber voller Tatendrang. „Die Kirche müsste mehr für alte Menschen machen“, regt er an. Als Mitglied im Altenwerk des Bistums hat er seine Ideen bereits vorgetragen, gleichzeitig geht er eben auch gerne mit gutem Beispiel voran, denn seit 1973 kümmert er sich um einen Seniorenclub in Gemünd, der sich monatlich trifft.