Der Schatz am Rursee

Juniorteamer der Nationalparkseelsorge kümmern sich um Vermittlung christlicher Werte

Schatz Nachricht (c) Arne Schenk
Schatz Nachricht
Mi 1. Mär 2017
Arne Schenk
„Ich habe ein Schatzkästchen mitgebracht, weil das ein sehr schönes Bild ist für das, was wir hier tun“, erklärt Georg Toporowsky.
Schatz Qudratisch (c) Arne Schenk
Schatz Qudratisch

Allerdings befand sich der Schatz nicht darin, sondern hatte neben dem Leiter der Seelsorge in Nationalpark Eifel und Vogelsang Platz genommen: die Juniorteamer der Nationalparkseelsorge.

Begeistert von dem, was sie hier unter anderem als Firmlinge erlebt haben, engagieren sich die 15 jungen Erwachsenen im Alter zwischen 17 und 24 Jahren. Sie übernehmen Verantwortung in Leitungsfunktionen, um andere Jugendliche und junge Erwachsene an ihrem Enthusiasmus teilhaben zu lassen und vor allem: christliche Werte zu vermitteln. Die – mittlerweile ökumenische – Gruppe der jungen Menschen vornehmlich aus Schmidt, Schleiden und Kall entstand aus eigener Initiative. Das Angebot reicht vom Wochenende für Firmlinge über Besinnungstage für Schulklassen bis hin zu Projekten zu Themen wie Vertrauen und Gottvertrauen, bedingungslose Angenommenheit und Wertschätzung bis zur positiven Bedeutung von Widerstand. Natürlich wird der Umgang mit der Schöpfung nicht ausgespart und auch die beliebten Zeltlager für Kinder existieren von Anfang an mit zunehmend mehr Kindern und parallelen Lagern mit verschiedenen Altersgruppen. Große Unterstützung erfahren die Juniorteamer vom Bistum Aachen und der GdG Schleiden/Hellenthal.

„Dem Bistum sind die Vermittlung christlicher Werte ganz entscheidend, nämlich die Vermittlung, wie gehen wir wertschätzend miteinander um?“, erklärt der Leiter der Seelsorge. „Wie gehen wir aber auch miteinander in der Schöpfung um? Das heißt, die Frage: ‚Wer ist mein Nächster?‘ beziehen wir ausdrücklich sowohl auf den Menschen und die Gesellschaft als auch auf die Schöpfung.“ Dies sei gerade an diesem Ort Vogelsang, wo vor 80 Jahren das Gegenteil gelehrt worden ist, besonders wichtig.

 

Eine deutliche Aussage des Bistums, wie wichtig der Kirche dieser Standort ist

Vom Bistum Aachen und der GdG Schleiden/Hellenthal wird die Seelsorge als Zukunftsprojekt gesehen, betont auch Pfarrer Philipp Cuck, Leiter der GdG Hellenthal/Schleiden. Dass sich das Bistum auf zehn Jahre hier eingemietet hat, mit Option um weitere zehn Jahre, sei eine deutliche Aussage, wie wichtig der Kirche dieser Standort ist. Um das Engagement und die Mitbestimmung der Juniorteamer in den nächsten fünf Jahren dauerhaft und professionell zu unterstützen und begleiten, werden die Schulung der Juniorteamer und die Weiterentwicklung des kirchlichen Programms für Kinder und Jugendliche in Vogelsang und Nationalpark Eifel durch Leader-Fördermittel, einem Förderprogramm der Europäischen Union zur Entwicklung des ländlichen Raumes, mit 65000 Euro finanziert.

„Es ist etwas anderes, von der eigenen Erfahrung zu zehren, als wenn man im Religionsunterricht darüber spricht, wie Glauben funktioniert“, bekräftigt Alina Quasinowski. „Das ist ja nichts, was man lernen kann.“ Die Wertschätzung, dass man so sein kann, wie man will, sei etwas, das sie woanders offensichtlich noch nicht wahrgenommen habe. So wurde ihr schon gesagt: „Wenn Kirche immer so wäre, würde ich zur Kirche gehen.“ Diese Erfahrung hat auch Simon Hesselmann gemacht: „Was ich hier an Feedback kriege, ist ziemlich enorm.“ Ein zwölfjähriges Mädchen habe ihm gesagt, dies sei das erste Mal gewesen, dass ihr jemand zugehört habe.