Frühstück zum Mitnehmen

Das Aachener Sonntagsfrühstück findet wieder monatlich statt. Das Domkapitel plant, sich zu beteiligen

Fleißige Ehrenamtliche schmieren ab sieben in der Früh die Brötchen für die Tüten. (c) Daniela Lövenich
Datum:
Di. 5. Jan. 2021
Von:
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 01/2021

Seit 1998 ergänzt das ökumenische Aachener Sonntagsfrühstück das werktägliche Angebot der Schervier-Stube. Im Wechsel deckt immer eine andere Gemeinde mit Ehrenamtlichen für Menschen in schwieriger Lebenssituation sonntags zwischen 9 und 12 Uhr den Tisch. In der Corona-Pandemie ist das so nicht mehr möglich, stattdessen gibt es „Frühstück zum Mitnehmen“.

Dompropst Rolf-Peter Cremer und sein Team wollen ab Sommer selbst Gastgeber sein. (c) Andrea Thomas

Im vergangenen Jahr geschah das „auf Zuruf“, wie Gemeindereferent Klaus Szudra, der das Angebot koordiniert, erklärt: „Wenn die Schwestern das alleine nicht schafften, sind wir sonntags eingesprungen und haben Frühstück und Ausgabe übernommen.“ Ab diesem Jahr wollen die Gemeinden das Sonntagsfrühstück wieder fest einmal im Monat anbieten. 
Verstärkung sollen sie dann auch vom Domkapitel bekommen, dass sich an der Aktion beteiligen möchte und im Dezember beim letzten Sonntagsfrühstück vor Weihnachten den „Breakfast-Club“ der Zeitfenster-Gemeinde bereits als „Praktikanten“ tatkräftig unterstützt hat.

Dompropst Rolf-Peter Cremer, der selbst fleißig beim Brötchen Schmieren, Tüten packen und der Ausgabe mit angepackt hat, ist das ein Anliegen. „Der Dom hat nicht nur einen liturgischen sondern auch einen sozialen Auftrag. Das sind zwei Seiten einer Medaille.“ Der Dom gehöre zur Stadt Aachen genauso wie die Menschen – gerade auch, wenn sie wohnungslos oder in schwieriger sozialer Situation seien. „Wir wollten uns bereits im vergangenen Sommer an der Aktion beteiligen und das Sonntagsfrühstück im Quadrum des Doms ausrichten, doch dann kam Corona.“ Die Schwierigkeit sei, dass sie auch ein Ausweichquartier bei schlechtem Wetter bräuchten, wozu sich die Domsingschule anbieten würde, aber sich das Frühstück auch nicht mit deren Chorproben und den Gottesdiensten im Dom in die Quere kommen dürfe. Wofür das Domkapitel jedoch eine Lösung finden will, denn dafür ist dem Propst und seinem Team das Anliegen zu wichtig.


Gerade in der Pandemie wird deutlich, wie wichtig dasAngebot ist. „Die Zahl der Menschen, die sonntags kommen, wächst und auch die Not“, schildert Roland Bougé vom „Breakfast-Club“. Die versuchen sie mit dem Angebot, das vor allem von Spenden (Lebensmittel, Geld, Zeit) lebt, so gut es geht, etwas zu lindern. In den Frühstückstüten zum Mitnehmen sind je zwei Brötchen, wahlweise mit Käse, Wurst, Marmelade oder Schokocreme. Dazu gibt es für den, der mag, noch ein gekochtes Ei, sowie etwas Süßes und Kaffee zum Mitnehmen.

Rund 130 Tüten hat das Team beim Sonntagsfrühstück vor Weihnachten gepackt, zu dem es zusätzlich noch Weihnachtstüten mit abgepackter Dauerwurst und Käse, Obst, Weihnachtsgebäck und einem Liter Orangensaft gab, und durch die Fenster des Gemeindezentrums von „Franziska von Aachen“ am Hof verteilt. Zusätzlich war ein Team mit vollgepacktem Bollerwagen in der Innenstadt unterwegs, um Tüten zu verteilen. Dabei geht es den Ehrenamtlichen nicht nur darum, aktiv Not zu lindern, sondern auch um ein Zeichen von Solidarität in der Krise: Ihr seid nicht vergessen.                                            ath