Impuls für Dezember von Sr. Juliane Maria Feithen SPSF, Aachen

„Wenn es dir gut tut, dann komm!“

Sr. Juliane Maria Feithen SPSF (c) privat
Sr. Juliane Maria Feithen SPSF
Fr 1. Dez 2017
Ordensbüro


Mit diesen Worten hat Franziskus seinen Bruder Leo eingeladen und ihm damit die Tür zur Begegnung aufgetan. Mit diesen Worten laden wir seit 25 Jahren Menschen in unser Haus Damiano ein, bei uns zu Gast zu sein.

Ende November haben wir deshalb Jubiläum gefeiert mit vielen Menschen, die uns und diesem Ort verbunden sind. Es war ein froher Tag mit vielen wunderbaren Begegnungen.

Jetzt zu Beginn der Adventszeit macht mich dieser Satz aber auch nachdenklich.

Es ist eine Art „Blanco Scheck“, unvorhersehbar, wer die Einladung annimmt und wirklich kommt; unvorhersehbar, wann und wie der Gast kommt.

Wir kennen auch die schwierigen und herausfordernden Situationen, die eine solche Gastfreundschaft mit sich bringt. Und wir kennen die Erfahrung der eigenen Grenzen.

Dann klingt der Satz nicht mehr ganz so „vollmundig“.

Wenn es dir gut tut, dann komm!

Ein Satz wie eine offene Tür – ein Satz der herausfordert. Vielleicht nur dann gut zu leben, wenn wir als „Gastgeber“ ein Zuhause haben, wenn ich je neu spüre, wo ich verortet bin, wenn ich sozusagen nur eine „Zwischentür“ bin zu dem, der sagt: Ich bin die Tür.

Vielleicht kann uns die Adventszeit neu aufmerksam machen, wo und wie wir Türen öffnen – nicht nur am Adventkalender.