Das Buch

Aufbau und Inhalt

Ein Kloster ist ein seltsames Gebäude, das sozusagen um nichts gebaut ist. In der Mitte lädt der Innenhof ein, seinen Blick zum offenen Himmel zu richten. Die vier Seiten des Kreuzgangs umrahmen diese Mitte.

Der Aufbau dieses Buches ist von der Architektur des Klosters inspiriert: Die zwei ersten und die zwei letzten Teile bilden Tragwände und bauen auf vier Begriffe, die eine existentielle Bedeutung haben:

  • Berührung,
  • Wahrnehmung,
  • Erfahrung,
  • Begegnung.

Im Zentrum steht der Leib als Fenster zur Transzendenz. Die genuine Aufgabe einer Spiritualität der Wahrnehmung besteht darin, den Menschen mit dem Urgrund seiner Existenz in Berührung zu bringen.

Erst in einem zweiten Schritt wird der Mensch diesem Urgrund seiner Existenz vielleicht den Namen „Gott" geben. Er kann aber nicht von vornherein so genannt werden, weil Er im konkreten Leben des Menschen womöglich keine Realität mehr besitzt.

"Einführung und Einübung" in eine Spiritualität der Wahrnehmung bedürfen einer behutsamen Vorgehensweise, weil sie auf störende Faktoren, die bisher nicht aufgefallen sind, aufmerksam macht.

Da nicht nur theoretische Einsichten vermittelt werden sollen, wird eine praktische Einübung vonnöten sein, wobei das vorliegende Buch keine „Übungen" im eigentlichen Sinn bietet. Aber schon die ausgeführten Gedanken kritisch mitzudenken, anzunehmen, zu ergänzen oder zu verwerfen, kann als erster Schritt einer Einübung gelten.

Eine Einübung ist erforderlich, um die alltäglichsten „Phänomene" in ihrer Durchleuchtkraft (Transparenz) wieder in Beziehung mit Gott zu setzen, so dass er wieder an Präsenz gewinnt.