Erster Bericht von Simon Kriescher

Freiwilliger bei „Concern Universal“ Ibagué (August bis Oktober 2018)

Simon am letzten Tag seines Sprachkurses (c) Bistum Aachen / privat
Simon am letzten Tag seines Sprachkurses
Mo, 7. Jan 2019
Anja Klingbeil

Wirklich schon 3 Monate?

Ja genau, seit 3 Monaten bin ich also hier in Kolumbien und habe schon so viel Neues gelernt, so viele neue Erfahrungen gemacht und so viel Neues erleben dürfen. Aber trotzdem fühlt es sich nicht so an,als wären es bereits 3 Monate gewesen, die Zeit vergeht viel zu schnell!

Ich habe mich sehr gut an das neue Leben hier in Kolumbien gewöhnt und fühle mich hier super wohl. Dies liegt wohl vor allem daran, dass mich die Leute, die ich kennengelernt habe, alle sehr herzlich und mit offenen Armen empfangen haben.

Auch wenn ich schon sehr gespannt auf die Arbeit bei Concern war und ich am liebsten direkt alle Projekte dort kennengelernt hätte, stand im ersten Monat zuerst mal an, die Sprache zu lernen, einen Einblick in die Kultur zu bekommen und die Stadt zu entdecken. Dies haben Julia (Freiwillige von der DPSG), Luis (Freiwilliger in Líbano) und ich zusammen mit unseremSprachlehrer gemacht. Wir haben sehr viel unternommen, haben die verschiedensten Orte in Ibagué kennengelernt, haben zusammen mit ihm kolumbianisch und deutsch gekocht und haben neue Leute kennengelernt. Der Sprachkurs hat mir sehr dabei geholfen mich in Ibagué zurechtzufinden, ich kannte mich nach dem ersten Monat schon sehr gut in der Stadt aus. Da wir uns häufig mit unserem Sprachlehrer auf Englisch unterhalten haben, kam das Erlernen des Spanischen ein bisschen zu kurz. Wobei ich denke, dass es Wichtiger war,sich erst einmal in dem neuen Land zurechtzufinden, denn die Sprache lernt man nicht innerhalb von einen Monat und auch viel besser wenn man sie praktisch im Alltag und während der Arbeit anwenden muss.

Mein Spanisch ist leider noch nicht das Beste, Sprechen fällt mir noch immer schwer,aber im Vergleich zum Anfang ist es schon viel besser geworden. Ich kann sehr viel Verstehen, zumindest wenn in einem etwas langsameren Tempo mit mir gesprochen wird. Um mein Spanisch so schnell es geht zu verbessern,lerne ich auch öfter in meiner Freizeit Vokabeln oder schaue mir die Grammatik an. 

Im September ging dann endlich die Arbeit los, ich durfte die Projekte kennenlernen, was heißt, dass ich viel zuschaue und beobachte.Ich habe die verschiedenen Kindergärten kennengelernt. Oft war ich vormittags im Kindergarten, der auf dem Gelände von Concern ist.

Leider endete das Projekt mit Indigenen in Coyaima kurz bevor ich mit der Arbeit angefangen habe. Aber es gibt auch noch ein anderes Projekt, welches in Planadas, Gaitania und Bilbao stattfindet. Diese Dörfer liegen im Süden Tolimas, bis dorthin sind es6-7 Stunden mit dem Bus. Das erste Mal war ich für zwei Tage in Planadas. Das Projekt heißt „MRC“ (Modelo de Reintegracion Comunitaria) und findet mit Campesinos(Bauern), Ex-Combatientesund Ex-Militantesstatt. Im Oktober war ich dann mit Kollegen für eine Woche in Planadas bzw. in den eben genannten Nachbardörfern und habe das Projekt etwas besser kennengelernt.

Für den Oktober habe ich dann mit Rubén, einem Kollegen,zusammen einen Arbeitsplan erstellt. Am Vormittag war ich immer noch häufig im Kindergarten und nachmittags gebe ich jetzt Zweimal in der Woche Deutschunterricht für eine Frau. Das macht mir Spaß und ist auch sehr praktisch, da ich dadurch auch mein Spanisch verbessern kann. Einmal in der Woche gebe ich einer Schülern Nachhilfe in Englisch, wobei das leider erst einmal stattgefunden hat, da sie nicht so oft Zeit hat. Und wenn ich mal nachmittags nichts zu tun habe, helfe ich überall mit,wo Hilfe gebraucht wird.

Dadurch, dass ich in den ersten beiden Monaten,in denen ich bei Concern gearbeitet habe,erst einmal die Arbeit und die Projekte kennenlernen musste und nicht sofort mit der Arbeit beginnen konnte,war ich teilweise wohl noch mehr Arbeit für meine Kollegen als das ich wirklich mit helfen konnte. Doch ich hatte nie das Gefühl, dass das ein Problem für sie ist, im Gegenteil,sie waren immer froh und haben mir alles sehr geduldig erklärt,wenn ich mal eine Frage hatte.

In meiner Freizeit unternehme ich viel mit Julia, die im gleichen Barrio wohnt. Wir haben uns in einen Fitnessstudio in der Nähe angemeldet. Außerdem haben wir durch unseren Sprachlehrer schon ein paar Freunde gefunden, die an der öffentlichen Universität studieren. Am Wochenende unternehmen wir dann oft etwas mit den Studierenden.

Besuch aus Deutschland hatte ich auch schon. Meine große Schwester, die ein Auslandssemester in Brasilien gemacht hat, hat mich danach für 3 Wochen besucht. Wir sind an den Wochenenden verreist und ich konnte dadurch etwas mehr von Kolumbien entdecken. Außerdem hat sie mir geholfen,ein paar neue Dinge für meine Wohnung, die ja schon seit 5 Jahren von den Freiwilligen benutzt wird, zu besorgen, was ich allein mit meinen meinen Spanischkenntnissen wohl nicht so gut hinbekommen hätte.

Im November möchte ich noch ein weiteres Projekt anfangen, denn als ich den Kindergarten „Juan Pablo II“ kennengelernt habe, hat sich herausgestellt, dass die Profesoras dort Interesse haben,Gitarre zu lernen. Daher werde ich im November 2 mal in der Woche nachmittags,wenn die Kinder abgeholt werden,dort einen Gitarrenkurs anbieten. Momentan kann ich mir noch nicht so genau vorstellen wie gut das mit meinen kleinen Spanischwortschatz klappen wird,aber ich freue mich trotzdem schon auf die neue Herausforderung und bin schon sehr gespannt. Leider sind die Gitarren von Concern alle über die Jahre kaputt gegangen, ich vermute durch die hohe Luftfeuchtigkeit hier, aber in nächster Zeit werden wir ein paar Neue besorgen oder die alten reparieren lassen, sodass ich dann auch hier bei Concern für Kinder oder Jugendliche, die sich dafür interessieren, Gitarrenunterricht anbieten kann.