Fachstelle PIA

Aus den Erkenntnissen zehnjähriger Präventionsarbeit und der damit einhergehenden laufenden Erweiterung der anstehenden Aufgaben ist die Fachstelle PIA entstanden, in der alle Aufgaben zur Prävention (P), Intervention (I) und der Ansprechpersonen (A) von Missbrauch und sexualisierter Gewalt für das Bistum Aachen zusammengeführt werden. Die Fachstelle PIA betont den inneren Zusammenhang von Prävention, fachgerechter Intervention und nachhaltiger Aufarbeitung sexualisierter Gewalt und wird arbeitsteilig tätig. Gleichzeitig unterstützt sie durch fachgerechte Konzepte, Maßnahmen und Kampagnen die Entwicklung einer allgemeinen Kultur der Achtsamkeit. 

Aufgabe

Grundlegende Aufgabe der Fachstelle ist die Umsetzung der Ordnungen zur Prävention und Intervention in verbindliche organisatorische (Qualitäts-) Standards in allen Gemeinden und Einrichtungen des Bistums. Als beratende Fachstelle unterstützt sie die Entwicklung von Strukturen und Prozessen, die transparent, nachvollziehbar und kontrollierbar sind. Im Fokus stehen dabei die Perspektive der Betroffenen und der transparente Umgang mit Vorfällen, ein Wissen-Wollen und Sprechen-Können. Ziel ist die Aufarbeitung für und mit den Betroffenen von sexualisierter Gewalt, die Begleitung von Systemen, in denen Missbrauch stattgefunden hat sowie die Aufarbeitung mit den Täter/inne/n und zu Unrecht Beschuldigten (Rehabilitation).

Geschützte Räume

Darüber hinaus bietet PIA Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus betroffenen Einrichtungen einen geschützten Raum und ermöglicht es, über schwierige Themen zu sprechen sowie die Reflexion des Miteinanders. Vermittelt werden außerdem Kompetenzen zum Verhalten bei Vermutung und Verdacht sowie Informationen über die Verfahrenswege im Bistum Aachen und beratende Unterstützungssysteme. 

Interdisziplinärer Austausch

Die Aufgaben der Fachstelle PIA reichen über die Grenzen des Bistums hinaus, denn PIA sorgt auch für den fachlichen Diskurs z.B. im Rahmen von Human- und Sozialwissenschaften oder Recht indem sie Konzepte, Maßnahmen und Kampagnen entwickelt und Ergebnisse zur Evaluation bereitstellt.

Der Bereich Prävention gegen sexualisierte Gewalt im Bistum Aachen war von Beginn an vernetzt mit den Fachstellen und Gremien für Prävention und Intervention auf Ebene der (Erz-)Diözesen NRW sowie der Deutschen Bischofskonferenz und ist Teil der „Bundeskonferenz der Präventionsbeauftragten“. Mit dem „Institut für Prävention und Aufarbeitung“ (IPA) in Lantershofen gibt es bereits eine enge Zusammenarbeit. Diese Kooperationen werden durch die Fachstelle PIA erweitert und fortgeführt.

Forschungsprojekt zu sexuellem Missbrauch / MHG-Studie

2014 hat die Deutsche Bischofskonferenz das interdisziplinäre Forschungsverbundprojekt „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ in Auftrag gegeben. Das Projekt wurde durchgeführt von einem Forscherkonsortium aus Mannheim, Heidelberg und Gießen, daher wird die Studie kurz MHG-Studie genannt.

Für die weitere strategische Aufarbeitung dieser Studie im Bistum Aachen ist Alexandra Schiffers zuständig. Ihre Aufgabe es ist, die Ergebnisse zur Umsetzung an die jeweils Zuständigen im Fachbereich PIA weiterzuleiten.

Zu der MHG-Studie hat die Deutsche Bischofskonferenz Fragen und Antworten bereitgestellt.

Die komplette Studie und eine Zusammenfassung finden sich auf der Homepage der DBK.

MHG-Studie

Zusammenfassung