Ohne Kunst & Kultur wird's still

Wir zeigen uns solidarisch mit Künstlerinnen und Künstlern

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Datum:
Sa. 28. Nov. 2020
Von:
Klaus Paulsen

Der Monat November beschert uns einen sogenannten „Mini-Lock-Down“. Für die Gastronomie, Kultureinrichtungen wie Konzerthäuser, Opernhäuser, Musikschulen und freischaffende Künstler wird allerdings dieser „Mini-Lock-Down“ zur Existenzbedrohung und zur Zerreißprobe.
Obwohl für Gottesdienste und Konzerte innerhalb und außerhalb von Kirchen die gleichen Hygienestandarts und Corona-Regeln gelten, sind Gottesdienste weiterhin erlaubt und Konzerte untersagt.

Auf die Initiative des evangelischen Kirchenkreises Gladbach-Neuss, der Evangelischen Hauptkirche Rheydt und der Citykirche Mönchengladbach Alter Markt in Kooperation mit der Musikschule der Stadt Mönchengladbach, dem Referat für Kirchenmusik der Diözese Aachen, den Städtischen Bühnen Krefeld-Mönchengladbach und den Niederrheinischen Sinfonikern soll ein Zeichen der Solidarität mit den Künstlerinnen und Künstlern gesetzt werden, die schon seit Monaten ideell und materiell unter der Pandemie leiden.

„Wir wollen anstelle der Marktmusiken dadurch, dass wir der Stille Raum geben, einen Akzent der Solidarität setzen“ sagt Pfarrer Christoph Simonsen, Leiter der Citykirche. Künstlerinnen und Künstler, die die Marktmusiken und auch generell die Kirchenmusik unterstützen, werden anwesend sein, nicht musizieren und sich in Form einer Andacht der Stille stellen.

Kirchenmusikdirektor Klaus Paulsen, der Initiator der Marktmusik in der Citykirche, wird die Honorare einsetzen, die er für die Marktmusiken einkalkuliert hatte. Auch Schauspieler, bildende Künstler und Performance-Künstler können mitmachen. „Wir wollen so das künstlerische und materielle Vakuum ein wenig aufbrechen“, so Paulsen.

In ökumenischer Verbundenheit haben beide Kirchen außerdem verabredet, Musikerinnen und Musiker einzuladen, in den Gottesdiensten während des „Lock-Downs“ einen musikalischen Beitrag zu leisten, der dann angemessen honoriert werden soll.

Die „Stille Andacht zur Marktzeit“ anstelle von „Musik zur Marktzeit“ findet ein großes Echo in der Presse und auch in der Beachtung durch die kulturelle Szene der Stadt Mönchengladbach. Die Initiatoren und Verantwortlichen sind gleichermaßen erstaunt aber auch beglückt über den durchweg guten Besuch dieses Aktes der Solidarität.

„Kirche und Kultur gehören zusammen und müssen zusammenhalten“ so bringt es Christoph Simonsen, Pfarrer der Citykirche auf den Punkt.