Corona - Infos zur Kirchenmusik - 24. November 2022

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Datum:
Do. 24. Nov. 2022
Von:
Fachbereich Kirchenmusik

Aktuelles zum Gemeinde- und Chorgesang (Stand: 24.11.2022)

Gemeindegesang

Es besteht keine Maskenpflicht in Innenräumen, und damit auch nicht in Kirchen- und Gottesdiensträumen, sondern unterliegt der Eigenverantwortlichkeit.

 

Chor- und Instrumentalgruppen, Proben und Auftritte

Für Chor- und Instrumentalproben sowie Auftritte sollte die 3 G Regel weiterhin im Sinne der gegenseitigen Fürsorge und des Eigenschutzes der TeilnehmerInnen angewandt werden.

Chor- und Instrumentalproben sowie Auftritte können ohne Maske stattfinden. Mindestabstände sollten eingehalten werden.

Empfohlen werden weiterhin folgende Abstände:

  • 1,5 - 2 m zwischen den Mitgliedern der Chor- und Instrumentalgruppen
  • 2 m zum/zur Leiter/in der Gruppe
  • 4 m zur Gemeinde

Für alle Mitglieder der Chor- und Instrumentalgruppen wird zudem eine freiwillige Selbsttestung empfohlen.

Empfohlene Sicherheits- und Hygienemaßnahmen für Chor- und Instrumentalgruppen

  • Beim Betreten und Verlassen des Proben-/Kirchenraumes sowie in den Probenpausen sollte auch weiterhin der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 m und die Verwendung des Mund-Nasenschutzes eingehalten werden.
  • Es empfiehlt sich eine versetzte Sitzordnung (Schachbrettmuster).
  • Es sollte nach Möglichkeit in größeren und höheren Räumen geprobt werden. Mit Blick auf die Handlungsempfehlung zum Heizen in Kirchenräumen der Diözesen ist von den Kirchengemeinden/Kirchengemeindeverbänden zu klären, welche Räume entsprechende zumutbare Rahmenbedingungen ermöglichen.
  • In Räumen mit bestehenden Umluftsystemen/Heizungen ist darauf zu achten, dass diese vor Beginn der Probe ausgeschaltet werden. Räume mit einer maschinellen Lüftung (durch Außenluft) sind zu bevorzugen.
  • Die Probenlänge sollte durch Lüftungspausen unterbrochen werden. Dazu empfiehlt sich für den Probenbetrieb die Verwendung einer CO2-Ampel bzw. die App „CO2-Timer“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, die einen möglichen kritischen CO2-Gehalt anzeigen kann und auch wertvolle Rückschlüsse auf die Länge von Probeneinheiten bietet. (siehe angehängten Artikel „Empfehlung zu Musizieren unter Pandemiebedingen“ – oder link einfügen)
  • Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes außerhalb von Probephasen in geschlossenen Räumen wird weiterhin empfohlen.
  • Noten sind personenbezogen zu verwenden.
  • Die allgemein üblichen Kontakt- und Hygieneregeln (kein Körperkontakt, Husten- und Niesetikette, Handdesinfektion, Quarantäneregeln etc.) werden im Sinne einer gegenseitigen Rücksichtnahme als bekannt und akzeptiert vorausgesetzt.
  • Personen mit Krankheitssymptomen nehmen im Sinne der gegenseitigen Fürsorge an der Probe/dem Auftritt nicht teil.

Finden mehrere Veranstaltungen/Proben hintereinander im gleichen Gebäude statt, sind diese so zu terminieren, dass zeitlich kein Kontakt entstehen kann. Zudem ist eine verlängerte Lüftungspause von mindestens 15 Min. vorzunehmen.

Die Verantwortung für die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln bei der jeweiligen Gemeinschaftsaktivität liegt stets beim Veranstalter.

 

Musizieren unter Pandemiebedingungen

Lüften – Co2-Ampeln – Co2-Timer –Luftfilter

Aerosolpartikel spielen eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von SARS-CoV-2 Viren. Angesichts der aktuellen Ausbreitung von Mutationen stellt sich nach wie vor die Frage nach Maßnahmen zur Verminderung der Übertragung des Virus in unseren Probenräumen.

Neben der Einhaltung der Hygieneregeln („AHA“) bleibt daher die regelmäßige Lüftung über die Fenster die wichtigste Maßnahme zur Reduzierung der Virenmengen in der Luft sowie zur Aufrechterhaltung einer gesunden Raumluft („AHA+L“). Aktuelle Untersuchungen mit Bakteriophagen belegten auch hier, dass das Lüften gemäß den Umweltbundesamt (UBA)- Empfehlungen die Konzentration der infektiösen Aerosolpartikel über die Dauer von 45 Minuten um etwa 90 Prozent reduziert.

Rechtzeitiges und wirksames Lüften durch CO2-Messungen (https://bundesmusikverband.de/wp-content/uploads/2021/04/2021-04-21_Grundlagen_Musizieren_unter_Pandemiebedingungen_V1-1.pdf)

Die CO2-Konzentration kann als Indikator für die Konzentration von Aerosolpartikel angenommen werden. Durch die Unterschiede bei den CO2-Emissionsraten zwischen den (musikalischen) Aktivitäten, bei dem jeweils vorliegenden Raumvolumen und weiteren Parametern wird offensichtlich, dass eine allgemeine Empfehlung für Lüftungspausen (z. B. nach 30 Minuten) nicht plausibel ist. Die Frequenz und Dauer der Lüftungspausen sollten die spezifischen Verhältnisse berücksichtigen. Dies kann durch eine kontinuierliche Messung der CO2 -Konzentration geschehen. Mit einem hohen Luftwechsel können sowohl niedrige CO2-Konzentrationen als auch niedrige Aerosolkonzentrationen erreicht werden.

CO2-Messungen und daraus abgeleitete Lüftungs- und Pausenregelungen sind eine gute Möglichkeit, um das Infektionsrisiko in Verbindung mit anderen Maßnahmen wie das Tragen von Masken und das Einhalten von Abständen deutlich zu reduzieren.

Ab welcher CO2-Konzentration gelüftet werden soll, ist Gegenstand aktueller Diskussion. Nach der Europäischen Norm für Innenräume liegt die höchste Stufe der Luftqualität bei einer CO2-Konzentration unter 800 ppm. Bei diesem Grenzwert sollte die musikalische Tätigkeit unterbrochen und gelüftet werden. Dieser Wert orientiert sich an der Empfehlung des Freiburger Instituts für Musikermedizin (FIM). Die Lüftungspause sollte so lange dauern bis wieder eine CO2-Konzentration zwischen 400 und 500 ppm erreicht ist.

Alle mit mindestens "gut" bewerteten Geräte aus einem Vergleichstest der Stiftung Warentest (02/2021) sind hier zu finden:
https://www.bvbw-online.de/fileadmin/user_upload/Corona/CO2-Messgeraete_Beispielliste.pdf

CO2 Timer (CO2-App)

Mit der App "CO2-Timer" lässt sich die CO2-Konzentration in Räumen berechnen. Der Rechner hilft auch dabei, die optimale Zeit und Frequenz zur Lüftung ein Raumes zu bestimmen. Nach der Berechnung kann die errechnete Zeit als Timer gesetzt werden, um an die nächste Lüftung erinnert zu werden.

Die App "CO2-Timer" ist auch ein geeignetes Hilfsmittel, um durch rechtzeitiges Lüften das Risiko einer Übertragung von luftgetragenen Krankheitskeimen (z. B. Viren, Bakterien) zu verringern. Als Empfehlung gilt dabei eine CO2-Konzentration von 800 ppm für den Lüftungszeitpunkt, der in der App als Infektionsschutzzielwert angegeben wird.

Der Rechner basiert auf den Ergebnissen einer Studie, in der die CO2-Konzentration, während 720 Unterrichtsstunden in 111 Schulen gemessen wurde.

Weitere Informationen und Downloadhinweise zur App gibt es unter anderem hier: https://www.dguv.de/ifa/praxishilfen/innenraumarbeitsplaetze/raumluftqualitaet/co2-app/index.jsp

 

Mobile Luftreiniger

Dort, wo nicht ausreichend gelüftet werden kann, helfen kontinuierlich betriebene, einfache Zu- und Abluftanlagen oder mobile Luftreiniger, die Virenlast im Raum ebenfalls in einer Größenordnung von bis zu 90 Prozent zu reduzieren.

Das Umweltbundesamt bezieht sich vor allem auf Schulräume und teilt diese aus innenraumhygienischer Sicht in drei Kategorien ein:

  1. Räume mit guter Lüftungsmöglichkeit (raumlufttechnische Anlage und/oder Fenster weit zu öffnen) (Kategorie 1). Diese Voraussetzungen sind in der Mehrzahl der Schulräume gegeben.
  2. Räume mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit (keine raumlufttechnische Anlage, Fenster nur kippbar bzw. Lüftungsklappen mit minimalem Querschnitt) (Kategorie 2). Erhebungen in zwei Bundesländern zufolge liegt der Anteil solcher Klassenräume bei rund 15 bis 25 Prozent.
  3. Nicht zu belüftende Räume (Kategorie 3).

In Räumen der Kategorie 1 ist der Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte nicht notwendig, wenn der erforderliche Luftwechsel von mindestens 3 pro Stunde entweder durch regelmäßiges Stoß- und Querlüften oder durch raumlufttechnische Anlagen gewährleistet wird. Die gleichzeitige Anwendung von Lüftung und der Einhaltung der AHA-Regeln ist aus innenraumhygienischer Sicht umfassend und ausreichend für den Infektionsschutz gegenüber dem Corona-Virus.

In Räumen der Kategorie 2 kann als technische Maßnahme die Zufuhr von Außenluft durch den Einbau einfach und rasch zu installierender Zu- und Abluftanlagen erhöht werden. Alternativ ist der Einsatz mobiler Luftreiniger sinnvoll. Fachgerecht positioniert und betrieben ist ihr Einsatz wirkungsvoll, um während der Dauer der Pandemie die Wahrscheinlichkeit indirekter Infektionen zu minimieren.

Räume der Kategorie 3 werden aus innenraumhygienischer Sicht für den Schulunterricht (und somit auch für Chorproben) nicht empfohlen.

Ausführliche Hinweise zum Musizieren unter Pandemiebedingungen sind hier zu finden:

https://bundesmusikverband.de/wp-content/uploads/2021/04/2021-04-21_Grundlagen_Musizieren_unter_Pandemiebedingungen_V1-1.pdf

Das Freiburger Institut für Musikermedizin (https://www.uniklinik-freiburg.de/musikermedizin.html) aktualisiert regelmäßig die „Risikoeinschätzung einer Corona-Infektion im Bereich Musik“.
Die Fassung vom 7. Juni 2022 ist hier zu finden: https://www.mh-freiburg.de/fileadmin/Service/Covid-19/10._Update_Risikoeinschaetzung_Fassung_07.06.22.pdf