Exkursion nach Nordbrabant mit Besuch von Oudenbosch und Breda

Termin: Samstag, 11.05.19 - 00:00

Der kleine Ort Oudenbosch (ca. 10 km westlich von Breda) birgt Erinnerungen an eine politische Bewegung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die man in Nordbrabant nicht erwartet: das Risorgimento, die italienische Einigungsbewegung, die 1870 zur Gründung des Königreiches Italien führte. Seit ihren Anfängen, verstärkt seit 1848, war ein Ziel dieser Bewegung das Ende des Kirchenstaates und der weltlichen Herrschaft des Papstes. Rom sollte Hauptstadt des neuen Italien werden. In den Jahren 1859 und 1860 nahm das Risorgimento unter Führung des Königreichs Piemont-Sardinien an Fahrt auf: Norditalien, die Toskana und das Königreich Neapel wurden dem neuen Königreich Italien einverleibt. Auch große Teile des Kirchenstaates wurden annektiert. Papst Pius IX. musste dies machtlos hinnehmen, da der Vatikan über keine militärischen Mittel verfügte.

Auf Anregung des belgischen Kardinals Fréderic de Merode gründete Pius IX. im Jahr 1860 eine Freiwilligenarmee zum Schutz des Kirchenstaates, das Korps der Päpstlichen Zuaven. Katholische junge Männer aus der ganzen Welt konnten sich anwerben lassen. Vor allem in Belgien, Frankreich und den Niederlanden traten tausende junge Männer als Zuaven in den Dienst des „Papst-Königs“ Pius IX. Aber auch ca. 250 Deutsche fanden mit diesem Ziel den Weg nach Rom. Relativ viele stammten aus Aachen und Eupen. Einer Streitmacht Garibaldis fügte das Korps im Jahr 1867 in der Schlacht von Mentana eine vernichtende Niederlage zu.  Nach der Einnahme Roms durch die Truppen der Einigungsbewegung am 20. September 1870 – die französischen Schutztruppen waren wegen des deutsch-französischen Krieges abgezogen worden − war das Ende des Kirchenstaates gekommen, das Regiment wurde beurlaubt und nicht wieder aufgestellt.

Das brabantische Oudenbosch war ein Bezugsort insbesondere der aus den Niederlanden stammenden Zuaven, von hier waren die meisten nach Rom aufgebrochen. Hier errichtete man daher in den Jahren 1867 bis 1880 mit der Kirche St. Agatha und Barbara eine Kopie des römischen Petersdoms, die auch Bauelemente der päpstlichen Basilika San Giovanni in Laterano aufgriff. In Oudenbosch besuchen wir außerdem ein sehr sehenswertes Museum, das vielfältige Erinnerungsstücke an die Zuaven zeigt.

Der Nachmittag gehört der benachbarten Stadt Breda. Dort besichtigen wir die Liebfrauenkirche, auch Grote Kerk genannt. Sie ist ein schönes Beispiel für die sogenannte brabantische Gotik. Breda war seit 1403 Hauptsitz der niederländischen Nassauer. Zehn Grafen von Nassau fanden in der Grote(n) Kerk ihre letzte Ruhestätte. Der reiche Besitz dieser Familie − einschließlich des südfranzösischen Fürstentums Orange – fiel 1544 als Erbe Wilhelm dem Schweiger, dem „Vater des Vaterlandes“ zu, der 1568 den Aufstand gegen Spanien begann.

Programmablauf:

8.30:
Abfahrt in Aachen, Bischöfliche Akademie, Leonhardstraße 18-20

ca. 10.30:
Ankunft in Oudenbosch: Kaffee und Fladen (€ 3,50)

11.00:
Führung durch das Zuavenmuseum und die Basilika
 
anschließend Mittagspause mit Imbiss: Brötchen, Wurst- und Käseaufschnitt, Kaffee und Tee (€ 11,50)

14.15:
Weiterfahrt nach Breda

15.00:
Führung durch die Grote Kerk
 
anschließend freie Zeit (ca. 1 Stunde, Gelegenheit zum Kaffee etc.)

17.00:
Abfahrt in Breda

19.00/19.30:
Ankunft in Aachen, Leonhardstraße

Preis: 55,- €   (enthält: Fahrt, Eintritte und Führungen, wiss. Begleitung, Bewirtungen in Oudenbosch)

Der Betrag wird im Bus eingesammelt, bitte möglichst passend bereithalten.

Anmeldungen per Mail, Post oder Fax bitte an folgende Kontaktdaten:

GESCHICHTSVEREIN FÜR DAS BISTUM AACHEN e.V.

Diözesanarchiv

Jakobstraße 42

D-52064 Aachen

Tel.: 0241/452-268, Fax: -828

gvba@bistum-aachen.de