FAQ Gottesdienste

Die fünf (Erz-)Bistümer in Nordrhein-Westfalen haben gemeinsam Maßgaben erarbeitet, die mit der Staatskanzlei des Landes abgestimmt worden sind. Sie gelten in allen NRW-Bistümern und bilden seit dem 1. Mai 2020 den Rahmen für das liturgische Leben im Bistum Aachen. Sie finden die zum 16.12.2020 geänderten ergänzten Maßgaben hier:

20-12-16 - Eckpunkte Gottesdienste 

Nachfolgend werden die wichtigsten Hinweise in Form von FAQ veröffentlicht. Sie spiegeln die Weiterentwicklung der Corona-Lage wider und sind zu beachten bzw. als Koordinatensystem zu verstehen, innerhalb dessen die jeweils Verantwortlichen vor Ort entscheiden müssen. Die Einhaltung der jeweils aktuellen behördlich vorgegebenen Auflagen und dem Schutzbedürfnis der Gläubigen soll bestmöglich Rechnung getragen werden.

Die öffentlichen Sonntagsgottesdienste werden in den Kathedralkirchen und bevorzugt in den Hauptschiffen der Kirchen (einschließlich der Ordenskirchen) gefeiert, nur ausnahmsweise und unter Voraussetzung ihrer Eignung in sonstigen Gottesdiensträumen (Krypta, Seitenkapelle usw.). Letzteres gilt auch für die Gottesdienste in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen, die ggf. auch zusätzlichen Bestimmungen des Trägers oder des Landes unterliegen.

Es besteht keine Pflicht, in jeder Kirche einen Gottesdienst anzubieten. Es muss in jeder GdG überlegt und entschieden werden, in welchen Kirchen ein Gottesdienst stattfinden soll. Eine Beschränkung ist ggf. sinnvoll, da Gottesdienste in mehreren Kirchen einen erheblich höheren (Personal-)aufwand nach sich ziehen. (Regelung zur Beschränkung der Teilnehmerzahl, Ordnungsdienst, Hygienemaßnahmen etc.).

Es besteht keine Pflicht, einen Werktagsgottesdienst zu feiern. Werktagsgottesdienste können in Kapellen, Krypten oder Seitenschiffen mit wenigen Gläubigen stattfinden.

  • Eine Informationspflicht bezieht sich darauf, den Behörden vor Ort mitzuteilen, wann und wo Gottesdienste gefeiert werden. Dabei sollte darauf hingewiesen werden, dass diese Gottesdienste unter Beachtung der Vorgaben der Coronaschutzverordnung und der mit der Staatskanzlei abgesprochenen kircheninternen Regeln gefeiert werden.
  • Es gelten die Regelungen der jeweils aktuellen Coronaschutzverordnung zum Mindestabstand von 1,50 m und zur Rückverfolgbarkeit.
  • Das Führen einer Kontaktdatenliste zur Rückverfolgung von Kontakten ist in jedem Fall verpflichtend. (Nähere Informationen unter "Sind Namenslisten verpfichtend zu führen?" zu finden.)
  • Familien dürfen zusammen sitzen, der Mindestabstand von 1,50 m von der Familie zur/m nächsten Gläubigen muss jedoch eingehalten werden. Ggf. empfehlen sich eigene Bankreihen für Familien. Familie wird im Sinne der Corona-Schutzverordnung interpretiert als ein gemeinsamer Haushalt – also auch eine Wohngemeinschaft kann zusammen sitzen.
  • Es ist auf ausreichende Lüftung vor und nach dem Gottesdienst zu achten.
  • Die Weihwasserbecken bleiben geleert.
  • Schaubilder zu den Hygienebestimmungen können ausgehängt werden. Im Intranet des Bistums „Comap“ finden sich verschiedene Vorlagen, die ausgedruckt und aufgehängt werden können.
  • Bei Übertragung auf den Vorplatz: Auch außerhalb der Kirche muss der Mindestabstand gewährleistet sein, z.B. durch Markierungen auf dem Pflaster oder zusätzliche Bestuhlung. (weitere Hinweise siehe unter „Sind Freiluftgottesdienste vermehrt anzubieten?“)
  • Verlegung des Gottesdienstes ins Freie: Auch außerhalb der Kirche muss der Mindestabstand gewährleistet sein, z.B. durch Markierungen auf dem Pflaster oder zusätzliche Bestuhlung (weitere Hinweise siehe unter „Sind Freiluftgottesdienste vermehrt anzubieten?“).
  • Anmietung von größeren Räumen: Dort sind dieselben Vorgaben zu beachten wie in der Kirche.
  • Außer bei Freiluftgottesdiensten sind in jedem Falle Listen mit den Kontaktdaten der Gottesdienstteilnehmerinnen und -teilnehmer zur Rückverfolgbarkeit von Kontakten zu erstellen.
  • Die Pflicht zum Tragen der Mund-Nase-Bedeckung besteht aufgrund der aktuellen Coronaschutzverordnung auch am Platz. Hiervon ausgenommen sind Priester, Diakone, Lektor/in, Kantor/in in Ausübung ihres liturgischen Dienstes unter Wahrung des Mindestabstandes.
  • Bei Zusammenkünften, in der Besucherzahlen erwartet werden, die zu einer Auslastung der Kapazitäten führen könnten, ist ein Anmeldungserfordernis einzuführen.
  • Auf Gemeindegesang muss verzichtet werden.

Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes im Gottesdienst wird dringend empfohlen.

Ab einer Inzidenz von 35 tragen die Gottesdienstbesucher/innen eine Mund-Nase-Bedeckung. Priester, Diakon, Lektor/in, Kantor/in sind von dieser Verpflichtung in der Ausübung ihres liturgischen Dienstes ausgenommen. 

Der Zugang zu den (Sonntags-)Gottesdiensten wird begrenzt; die Zahl der zugelassenen Gottesdienstteilnehmer richtet sich nach der Größe des Raumes. In den Kirchen wird die Zahl der maximal belegbaren Plätze erhoben und deutlich sichtbar markiert. Die zulässige Teilnehmerzahl unter Beachtung der entsprechenden Bedingungen und unter Einhaltung des Mindestabstands sind auf 250 innen und auf 500 außen festgelegt.

Für die Zugangsbegrenzung ist eine Zugangskontrolle wichtig, die in der Regel durch Personen gewährleistet sein muss. Die Erarbeitung des Zugangskonzepts verbleibt in der Verantwortung jeder Pfarrei . Nach der Festlegung der Höchstteilnehmerzahl bieten sich verschiedene Modelle zur Umsetzung der Zugangsbegrenzung an:

  • Vorherige telefonische Anmeldung, Erstellung einer Teilnehmerliste, Abhaken der Teilnehmer auf der Liste am Kircheneingang.

  • Vorheriger Eintrag in Aushängen an der Kirche, Erstellen einer Teilnehmerliste, Abhaken der Teilnehmer/innen am Kircheneingang.

  • Ausgabe von Platzkarten im Pfarrbüro unter Erfassung der Kontaktdaten.

  • Ohne Anmeldung. Wenn die Höchstteilnehmerzahl erreicht ist, wird der Zugang zur Kirche geschlossen (nicht abgeschlossen). Auch in diesem Fall sind die Kontaktdaten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erfassen.

Für jede Zusammenkunft, sei es als Gottesdienst, als Andacht, als Meditation o.ä. sind Namenslisten zur Rückverfolgbarkeit von Kontakten zu erstellen. Ein Musterformular finden Sie hier.

Das ausgefüllte Kontaktdatenformular muss vier Wochen lang aufbewahrt werden. Es ist sicher vor unbefugtem Zugriff zu verschließen (z.B. Safe, abschließ­barer Schrank mit eingeschränktem Schlüsselzugang) und nach Ablauf der Frist so zu vernichten, dass die Kontaktdaten nicht mehr lesbar sind (Schredder, Datentonne). 

Wenn dasselbe Formular für alle Kontaktdaten genutzt wird, dürfen die Gottesdienstbesucher/innen das Formular nicht selbst ausfüllen, da sie auf diesem Weg Kenntnis von den Kontaktdaten anderer Besucher erhalten können. In diesem Fall muss ein/e Vertreter/in der Gemeinde die Kontaktdaten erfassen. 

Wenn jede/r Besucher/in ein Formular selbst ausfüllen soll, muss es getrennte Formulare für jede/n Einzelne/n geben. 

Eine Vorabanmeldung, bei der die Kontaktdaten aufgenommen werden und bei Betreten der Kirche die Anwesenheit durch Abhaken festgestellt wird, ist möglich. Diese Voraberfassung kann digital oder in Papierform erfolgen. Auch bei der elektronischen Erfassung sind zwingend die Datenschutzvorschriften einzuhalten. Wenn ein/e Besucher/in in die digitale Erfassung nicht einwilligt, ist in jedem Fall die Erfassung auf Papier anzubieten. 

Auf Verlangen der unteren Gesundheitsbehörde sind die Kontaktdaten und die Platzierungsliste zu übergeben. 

Vor den Kirchen werden Zonen mit Abstandshinweisen markiert, damit der Zutritt geordnet und unter Einhaltung der Abstandsregeln erfolgt. Dafür bieten sich, wie vor Geschäften, die Markierung mit Klebestreifen auf dem Boden an.

Nach Möglichkeit werden Zu- und Ausgang durch zwei Zuwege zur Kirche getrennt. Der Zu- und Ausgang sollte mit großen Schildern und/oder ggf. mit Aufstellern klar kenntlich gemacht werden.

Ein kircheneigener Ordnungsdienst sorgt dafür, dass die Regeln eingehalten werden. Für alle in diesen Maßgaben genannten Maßnahmen wird personelle Unterstützung in Form eines Ordnungsdienstes notwendig sein. Dies können Mitglieder des Kirchenvorstands oder auch andere engagierte Gemeindemitglieder sein. Der Ordnungsdienst dient nur der Information der Gottesdienstteilnehmer/innen, gibt Auskünfte und weist sie auf die neuen Regeln hin. Der Ordnungsdienst ist nicht für die Durchsetzung verantwortlich und auch nicht haftbar. Die Verantwortung verbleibt beim jeweiligen Kirchenvorstand, der mit der Erstellung eines Konzepts in der Regel seine Pflicht bereits getan hat. Eine Haftung für eine Corona-Infektion ist damit nicht gemeint.

Freiluftgottesdienste sind wegen der geringeren Ansteckungsgefahr vermehrt anzubieten. Auch bei Freiluft-Gottesdiensten sind Vorkehrungen zu treffen, damit Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen eingehalten werden: Umgrenzen des Gottesdienstortes, kontrollierbare Ein- und Ausgänge, gezielte Bestuhlung, Anbringen von Bodenmarkierungen, Anlegen von Gangmarkierungen, Bereitstellung von Mülleimern für gebrauchte Taschentücher. Darüber hinaus empfiehlt es sich, solche Gottesdienste mit der Kommune vor Ort abzusprechen. 

Das Führen einer Namensliste ist notwendig. Auch hier gilt die Maskenpflicht und das Verbot des Gemeindegesangs.

Beerdigungen bleiben – ohne Obergrenze – zulässig (§ 13 Abs. 2 Nr. 4). Die allgemeinen Regeln (AHA, §§ 2 – 4 der Corona-Schutz-Verordnung) sind einzuhalten

Für Trauergottesdienste in Kirchen, Kolumbarien usw. gelten die Bestimmungen für Gottesdienste.

Das Führen einer Namensliste für den Beerdigungsteil am Grab im Freien ist nicht erforderlich, in Kirchen, Kolumbarien, Grabeskirchen und Kapellen jedoch schon.

  • Der Zelebrant und alle an der Austeilung der Kommunion Beteiligten desinfizieren sich – zusätzlich zur liturgischen Händewaschung – die Hände, bevor sie die Hostien berühren. Das Desinfizieren erfolgt unmittelbar vor der Kommunionausteilung.
  • Die Kommunionordnung wird so angepasst, dass die Gläubigen die Kommunion im gebotenen Mindestabstand empfangen können.
  • Die Mundkommunion soll bis auf weiteres unterbleiben.
  • Die Kommunionspender/innen und Empfänger/innen tragen Sorge, dass eine körperliche Berührung oder unmittelbare Nähe nicht erfolgt. Ein Beitrag dazu können die Verwendung von Handschuhen sein, sowie den Spendedialog („Der Leib Christi.“ - “Amen“) kollektiv zu Beginn der Kommunionausteilung zu sprechen.
  • Der Friedensgruß erfolgt ohne Körperkontakt.
  • Die Körbe für die Kollekte werden nicht durch die Reihe gereicht, sondern z.B. am Ausgang aufgestellt. Auch bei der Leerung der Körbe müssen die Hygienemaßnahmen eingehalten werden, z.B. unter Verwendung von Einmalhandschuhen und Mund-Nasen-Bedeckungen. Verwendete geleerte Körbe müssen gründlich desinfiziert oder für mindestens sechs Tage eingeschlossen werden, da Viren auf den Kontaktflächen nur für eine begrenzte Zeit vermehrungsfähig sind.

Zum Mitlesen der Texte und Lieder werden die Gläubigen gebeten, ihr eigenes Gotteslob mitzubringen. Alternative Möglichkeiten sind:

  • Die Ausgabe von Textzetteln.
    Die Entnahme des gemeindeeigenen Gotteslobs aus den dafür vorgesehenen Behältern. Die Rückgabe der Gebetbücher erfolgt in besondere Rückgabebehälter, die dann für mindestens 6 Tage weggestellt werden.

aufen, Erstkommunionfeiern, Firmungen, Hochzeiten, Diakonen- und Priesterweihen verlangen wegen ihres besonderen, teils mit engerem physischem Kontakt verbundenen liturgischen Charakters eine besonders sorgfältige Einhaltung der Regeln, die für die Sonntagsmessen gelten.

Beichten sind unter Beachtung des Mindestabstandes sowie der Hygienevorschriften möglich; Beichtstühle sind dafür in der Regel nicht geeignet.

Wegen des häufig engen physischen Kontakts und des hohen Ansteckungsrisikos sind für die Seelsorge an Kranken und Heimbewohnern die jeweiligen kommunalen Bestimmungen und ggf. die Regeln der Einrichtung besonders sorgfältig einzuhalten. Hierzu existieren „Hinweise“ zu Krankensalbung und Krankenkommunion vom 27. März 2020, die alle Pfarrer bereits erhalten haben.

Wichtig ist § 16 der Corona-Schutz-Verordnung, der Verfügungen der örtlichen Behörden regelt. Ab einer 200er Inzidenz können diese Behörden im Rahmen einer Allgemeinverfügung zusätzliche Schutzmaßnahmen anordnen (Hotspotstrategie).

Die Kongregation für den Gottesdienst und die  Sakramentenordnung  zur Spendung des Aschenkreuzes in diesen Zeiten der Corona-Pandemie:

"Nachdem der Priester das Segensgebet über die Asche gesprochen und sie ohne weitere  Begleitworte  mit  Weihwasser  besprengt  hat,  spricht  er  einmal  für  alle Anwesenden die im Römischen Messbuch enthaltene Formel: „Kehrt um und glaubt an das Evangelium“ oder „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“. Dann reinigt der Priester seine Hände, setzt die Maske auf, um Nase und Mund zu bedecken, und legt denjenigen, die zu ihm herantreten, die Asche auf oder nähert sich,  wenn  es  angebracht  ist,  denjenigen,  die  an  ihrem  Platz  stehen.

Der  Priester nimmt die Asche und lässt sie auf das Haupt eines jeden fallen, ohne etwas zu sagen."