Grundlagen des kirchlichen Dienstes und des „Dritten Weges“

Do 28. Feb 2013
Prägende Eigenschaft des kirchlichen Dienstes ist der Sendungsauftrag der Kirche. Diese Sendung umfasst die Verkündigung des Evangeliums, den Gottesdienst und die sakramentale Verbindung der Menschen mit Jesus Christus sowie den aus dem Glauben erwachsenden Dienst am Nächsten.

Prägende Eigenschaft des kirchlichen Dienstes ist der Sendungsauftrag der Kirche. Diese Sendung umfasst die Verkündigung des Evangeliums, den Gottesdienst und die sakramentale Verbindung der Menschen mit Jesus Christus sowie den aus dem Glauben erwachsenden Dienst am Nächsten. Daraus ergibt sich als Eigenart des kirchlichen Dienstes seine religiöse Dimension.
In seiner formalrechtlichen Dimension stützt sich der kirchliche Dienst auf das sog. Selbstbestimmungs- und Selbstverwaltungsrecht. Gemäß  Art. 140 Grundgesetz  i. V. m. Art. 137 Abs. 3 Weimarer Reichsverfassung ist die Katholische Kirche berechtigt, ein eigenständiges Arbeitsrecht zu erlassen.
Mit dem so genannten „Dritten Weg“ haben die verfassten Kirchen ein eigenständiges kollektives Arbeitsrecht geschaffen, das die Grundlagen des Tarifsystems abweichend vom profanrechtlich geltenden Tarifvertragsrecht regelt. Anstelle einer selbstständigen Setzung durch den Arbeitgeber ("Erster Weg", Beamtenrecht) oder einer Übernahme des Tarifvertragssystems ("Zweiter Weg") besagt der “Dritte Weg”, dass die Grundbedingungen des Arbeitsverhältnisses durch paritätisch  besetzte Kommissionen festgelegt werden.
In Nordrhein-Westfalen bildet diese Kommission die sogenannte Regional-KODA (Kommission zur Ordnung des Diözesanen Arbeitsvertragsrechts). Die von der KODA vereinbarten arbeitsrechtlichen Regelungen werden durch den jeweiligen Diözesanbischof in Kraft gesetzt und in den Amtsblättern der Diözesen veröffentlicht.
Die kirchlichen kollektiven Arbeitsvertragsregelungen entfalten im Unterschied zu tarifvertraglichen Regelungen keine unmittelbare und zwingende Wirkung auf die Arbeitsverhältnisse. Ihre Geltung muss gesondert durch eine einzelvertragliche Regelung (Inbezugnahme Klausel) vereinbart werden.